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Magna produziert Retro-E-Bike "Styriette"

71 Jahre nach dem Launch des Motorfahrrades "Styriette" gibt es ein Revival made in styria: Magna Marque bringt ein E-Fahrrad im Retrodesign gleichen Namens auf den Markt, das auf der "Eurobike" in Friedrichshafen Anfang September der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die Entwicklung des neuen Motors mit 3-Gang-Innenschaltung erfolgte in Lebring.



BionX E-Motor
BionX E-Motor
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"Styriette" Entwurf
"Styriette" Entwurf
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Die bisher von Magna Marque in Kanada produzierten BionX-Motoren sind nachrüstbar, kosten € 1.290.- bis 1.890.- und zeichnen sich durch Energierückgewinnung aus, die elektronisch gesteuert über Bremse oder Motorbremse erreicht wird. Die 250W-Aggregate sind mit Lithium-Ionen-Mangan-Akkus" (Li-Mn) bzw. "Nickel-Metall-Hydrid-Akkus" (NiMH) von Panasonic und Sony ausgerüstet, die 800 mal ohne Leistungsverlust aufladbar sind und - stufenweise bis 400 Prozent zur Tretleistung zuschaltbar - eine Reichweite von 60 bis 80 km haben. Die Rahmen kommen von Trek und Diamant, aber auch von KTM.

Bei der "Styriette", die das Premium-Segment markieren soll, kommt das neue IGH3-Nabengetriebe zum Einsatz: Statt der außen am Hinterrad angeordneten Zahnkränze wird die 3-Gang-Schaltung in die Nabe integriert, erklärte Karl Steinbauer, Business Development Manager von Magna Marque, bei der Veranstaltung "e_mobility" am Grazer Hauptplatz.         


Styriette Mod. 2010
Styriette Mod. 2010
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Styriette
Styriette
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Pospekt
Pospekt
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Verbrennungs-Hilfsmotor als Vorläufer
"Großes Interesse, nicht nur unter den Radfahrern sondern auch unter solchen Personen, die sofort Motorradfahrern werden wollen, ruft das kommende Volksmotorrad hervor", hieß es in der "Österreichischen Motorwoche - Das Motorrad" am 25.2.1938 über dieses frühe bei Puch gefertige Mofa bzw. Moped. Die "Styriette" kostete 380 Schilling und brauchte so wenig Sprit, dass man um kaum einen Schilling von Wien auf den Semmering fahren konnte.

Abgesehen von den in dieser Zeit vorrangigen Kostenargumenten waren auch der Entfall von Steuern und Versicherung sowie die Führerscheinfreiheit des ab 16 Jahren erlaubten Zweirades die Verkaufsargumente. Die "Styriette", motorisiert mit einem 60 cm3-Zweitakt-Nasenkolben-Motor, der 1,3 PS Leistung brachte, lag der Verbrauch bei ca. 1,5 l/100 km. Ohne Mittreten waren 12 % Steigung zu bewältigen, nach Auskuppeln war die 39 kg schwere "Styriette" auch als Fahrrad zu fahren.    

Doch das Modell erwies sich als kurzlebig: Als im März 1938 wurde mit dem so genannten "Anschluss" und der Übernahme der Reichsgesetze die Hubraumgrenze für Kleinmotorräder auf 98 cm3 Zentimeter erhöht wurden, erwies sich die "Sytriette" als nicht konkurrenzfähig und wurde, nachdem sie 1939 noch einmal im Katalog aufschien und rund 2300 Stück verkauft worden waren, aus dem Programm genommen.     

Literatur:
Friedrich F. Ehn: Das große Puch Buch. Die Zweiräder von 1890-1987, H. Weishaupt Verlag, Graz, 1989, 104f

(ARGUS)