Grazer Trainingsschule 1897
 
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Erste Fahrmaschinen made in styria
EXTRA

Der erste bekannte Pionier auf dem Gebiet der muskelkraftbetriebenen Fahrzeuge ist Ignaz Trexler. Der Grazer Geistliche baute gegen Ende des 18. Jahrhunderts - offenbar in Zusammenarbeit mit einem Wagner in der Feuerbachgasse - vermutlich mehrere selbst fahrende Gefährte mit direktem Tret- und Handkurbelantrieb.

Bekannt sind die Beschreibungen aus zwei Zeitungsberichten, die von 1784 und von 1792 datieren:


Artikel 1784
Artikel 1784
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„Graz den 6. März Hr. Phillipp Ignaz Trexler allhier hat nun schon den zweiten Wagen fertig, mit welchem man ohne Pferd eben so geschwind fährt, als ihn ein im Trapp laufendes Pferd ziehen könnte. Dieses Pirutsch hat 2 Räder, welche der Fahrende inwendig nach und nach nur mit den Füßen zu treten hat, um sich auf dem gerade Wege zu erhalten; und wenn er sich wenden und umkehren will, so ist hiezu wieder eine andere Maschine angebracht. Der erstere Wagen wurde für 30 Ducaten verkauft.“

„In London und Paris sind schon öfters Wägen verfertigt worden, die ohne Pferde mittelst einer Feder oder Walze und gespannten Seilen oder auf andere verschidene Art gefahren werden können. Allein keine dieser Erfindungen wurde bisher zu mehreren nachgeahmt. Nun wird auch hier ein derlei Wagen von einer ganz neuen Erfindung verfertigt. Dieser wird durch das Hauptrad, welches von einem einzigen Manne ohne zu viele Mühe mit Händen und Füßen gedreht werden kann, ganz leicht gefahren werden können. Auch zum Ausweichen ist das Lenken auf die leichteste Art angebracht. Liebhaber der Mechanik können solchen bei dem Wagner in der Feuerbachgasse in der Murvorstadt sehen, sie werden das einfache und leichte Triebwerk dieses Wagens gewiß bewundern. Der Erfinder davon ist ein Geistlicher.“ 

Später wird – soweit bekannt – nur noch einmal im Fachblatt „Radfahr-Chronik“ auf den Pionier Bezug genommen, und zwar 1896, als aus dem „Giornale di Genova“ zitiert wird:„(…) Der verwegene (intrepido) Trexler, welcher im Jahre 1784 das erste Bicycle baute, ahnte sicher nicht den raschen Fortschritt und die Veränderungen seiner Erfindung, als er die Strassen von Graz mit seinem Holzfahrrad durchfuhr, einen höllischen Lärm verursachend, und bewundert und mit Beifall begrüsst von seinen Mitbürgern. (…)“

Kommentiert wird der Artikel, der den Titel „Aus San Remo; die Gräfin Apraxin zu Rade“ trägt, in der Radfahr-Chronik wie folgt: „Wir geben den Bericht der erwähnten italienischen Zeitung besonders deshalb wieder, weil wir durch ihn so ganz neue Mitteilungen über die Erfindung des Fahrrades erhalten, wonach der Ruhm, diese gemacht zu haben, nun auch der als so überaus sportfreundlich bekannten Hauptstadt der grünen Steiermark zukommt, ohne dass dort bisher jemand davon etwas gewusst hat!“ (3)


Literatur

Königl. Privilegierte Berlinische Staats- und gelehrte Zeitung, 37stes Stück. Donnerstags, den 25. März 1784, 1
Grätzer Bürgerzeitung 22.6.1792
Radfahr-Chronik (Beilage zu Radfahr-Humor) IX/39/12.2.1896, 552, „Nicht Drais, sondern Trexler!“




Langenwanger Konstruktion
Langenwanger Konstruktion
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Langenwanger Schlossermeister
Leider noch dürftiger ist die Quellenlage über einen Schlossermeister Pontasegger aus Langenwang. Der einzigen substanzielle Hinweis auf seine Pionierleistung in der Entwicklung eines Muskelkraftfahrzeugs  findet sich in einem kurzen, bebilderten Text in der Zeitschrift "Der Radfahrer" vom 31.7.1935: Darin wird unter Bezugnahme auf eine Zuschrift eines Dr. Krischke, Wien, dem Schmiedemeister die Konstruktion eines Zweirades mit zwei kleinen seitlichen Stützrädern mit handbetriebenem Hebelantrieb zugeschrieben. Dieses soll er 1860 gebaut haben, also in der Zeit nach der Laufmaschine und vor dem Veloziped, für deren Erzeugung es in der Steiermark keine Hinweise gibt.

Literatur
Der Radfahrer, 31.7.1935

WW