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„In London und Paris sind schon öfters Wägen verfertigt worden, die ohne Pferde mittelst einer Feder oder Walze und gespannten Seilen oder auf andere verschidene Art gefahren werden können. Allein keine dieser Erfindungen wurde bisher zu mehreren nachgeahmt. Nun wird auch hier ein derlei Wagen von einer ganz neuen Erfindung verfertigt. Dieser wird durch das Hauptrad, welches von einem einzigen Manne ohne zu viele Mühe mit Händen und Füßen gedreht werden kann, ganz leicht gefahren werden können. Auch zum Ausweichen ist das Lenken auf die leichteste Art angebracht. Liebhaber der Mechanik können solchen bei dem Wagner in der Feuerbachgasse in der Murvorstadt sehen, sie werden das einfache und leichte Triebwerk dieses Wagens gewiß bewundern. Der Erfinder davon ist ein Geistlicher.“ Später wird – soweit bekannt – nur noch einmal im Fachblatt „Radfahr-Chronik“ auf den Pionier Bezug genommen, und zwar 1896, als aus dem „Giornale di Genova“ zitiert wird:„(…) Der verwegene (intrepido) Trexler, welcher im Jahre 1784 das erste Bicycle baute, ahnte sicher nicht den raschen Fortschritt und die Veränderungen seiner Erfindung, als er die Strassen von Graz mit seinem Holzfahrrad durchfuhr, einen höllischen Lärm verursachend, und bewundert und mit Beifall begrüsst von seinen Mitbürgern. (…)“ Kommentiert wird der Artikel, der den Titel „Aus San Remo; die Gräfin Apraxin zu Rade“ trägt, in der Radfahr-Chronik wie folgt: „Wir geben den Bericht der erwähnten italienischen Zeitung besonders deshalb wieder, weil wir durch ihn so ganz neue Mitteilungen über die Erfindung des Fahrrades erhalten, wonach der Ruhm, diese gemacht zu haben, nun auch der als so überaus sportfreundlich bekannten Hauptstadt der grünen Steiermark zukommt, ohne dass dort bisher jemand davon etwas gewusst hat!“ (3)
Königl. Privilegierte Berlinische Staats- und gelehrte Zeitung, 37stes Stück. Donnerstags, den 25. März 1784, 1 |
Leider noch dürftiger ist die Quellenlage über einen Schlossermeister Pontasegger aus Langenwang. Der einzigen substanzielle Hinweis auf seine Pionierleistung in der Entwicklung eines Muskelkraftfahrzeugs findet sich in einem kurzen, bebilderten Text in der Zeitschrift "Der Radfahrer" vom 31.7.1935: Darin wird unter Bezugnahme auf eine Zuschrift eines Dr. Krischke, Wien, dem Schmiedemeister die Konstruktion eines Zweirades mit zwei kleinen seitlichen Stützrädern mit handbetriebenem Hebelantrieb zugeschrieben. Dieses soll er 1860 gebaut haben, also in der Zeit nach der Laufmaschine und vor dem Veloziped, für deren Erzeugung es in der Steiermark keine Hinweise gibt. Literatur Der Radfahrer, 31.7.1935 WW |



