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ArgonautInnen "segelten" zur Schwarzen Sulm

Die Schwarze Sulm, die am Fuße der Koralm 17 km durch eine unberührte Klamm braust, ist akut von einem Kraftwerksprojekt bedroht. Mit ein Grund, am 09.08. eine kombinierte Rad-/Wandertour der ARGUS Steiermark zu diesem Naturjuwel zu organisieren.


ArgonautInnen mit Führer
ArgonautInnen mit Führer
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Schloss Hollenegg
Schloss Hollenegg
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Emma intermodal
Emma intermodal
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Günstige Rahmen- und Ertragsgbedingungen haben die Begehrlichkeiten der Wasserkraftnutzer extrem angestachelt: Nicht nur an den großen Flüßen, beinahe an jedem Gebirgsbach existieren Pläne für die Nutzung, die gerade bei weniger Wasserführung mit aufwendigen und naturzerstörenden Stau- und Zuleitungsbauten verbunden ist. So auch an der Schwarzen Sulm, Natura 2000-Gebiet und eine der größten zusammehängenden Schluchtlandschaften in Österreich. Noch fehlt der Wasserrechtsbescheid.

Über Kontakt mit dem Kunsthandwerker Heinz Pansi und dem Obmann des Arbeitskreises zum Schutz der Koralpe, Franz Zirngast, wurde die Tour auch von fachkundiger Seite organisiert und begleitet. Heinz holte uns - bei leichtem Regen - am Bahnhof in Deutschlandsberg ab, zu elft radelten wir den R4 nach Hollenegg. Im Sommer finden die Gottesdienste in der Schlosskirche statt, weshalb wir den Vorzug genossen, das an sich für das Publikum geschlossene Liechtenstein´sche Schloss auch innen zu besichtigen. Beieindruckend an diesem vor allzu mutwilligen Neu- und Umbauen verschonten Ensemble ist auch der Garten mit Baumriesen und Exoten.

Besitzer Alfred Liechtenstein sollte uns später namentlich wiederbegegnen, und zwar als einer der Konsenswerber für das Wasserkraftwerksprojekt an der Schwarzen Sulm. 



Milchwerbung
Milchwerbung
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Heinz Pansi
Heinz Pansi
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Josefikirche
Josefikirche
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Franz Zirngast
Franz Zirngast
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Wilde Wasser
Wilde Wasser
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Schloss Schwanberg
Schloss Schwanberg
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Auf Schusters Rappen
Heinz leitet uns die etwa 12 km über Nebenstraßen, teilweise am R4 Schilcherradweg, zum Teil aber auch abseits durch Weingärten, nach Schwanberg, wo wir die Räder bei seinem Haus und Atelier in der Schulgasse abstellen. Von hier geht es unter Begleitung von Franz Zirngast per pedes weiter. Beim Aufstieg besuchen wir die Josefikirche, die an Stelle eines Wehrturms gebaut wurde und deren Innenmalerei vom Mitglied der "Jungen Gruppe", Externe Verknüpfung 
Jakob Laub, gestaltet wurde.

Weil es im Wald feucht ist und die jüngste Teilnehmerin erst viereinhalb, entscheiden sich die Führer gegen den Weg in der Klamm. Diese kreuzen wir dann nur an einer wildromantischen Stelle, später, auf dem Rückweg vom Gasthaus Pauritsch wandern wir dann ein gutes Stück einen Forstweg dem wilden Wasser entlang.

Das Gasthaus Pauritsch in Garanas (03467/8407) hat zwar eine kleine Karte, die aber bietet vorzügliche regionale und saisonale Speisen: Forellen aus der eigenen Zucht, Wild, Schwammerln aus der Umgebung. Dazu Lokalkolorit, wenn der Wirt seine Geschichterln zum Besten gibt.     


Eingang Lebensschmiede
Eingang Lebensschmiede
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Alte Schmiede
Alte Schmiede
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Gesprengter Zeitplan
Durch viel Sehenswertes am Wegesrand und auch durch die jüngste Mitwandererin (Emma) gebremst, brauchen wird für die mit 3 1/2 Stunden veranschlagte Wanderung 5 1/2. So müssen wir nicht nur die Weiterfahrt mit dem Rad nach Wies und in eine Buschenschenke aufgegeben werden, sondern auch die Besichtigung von Heinz Pansis Werkstätte Externe Verknüpfung 
"Lebensschmiede". Diesen Part holten wir anlässlich einer Herbstausstellung und zum Auftakt einer Anschlusstour nach, die uns einige Wochen später per Drahtesel die Sulm entlang nach Leibnitz und teilweise weiter bis zurück nach Graz führen sollte.

Mit knapper Not schaffen wir es, den GKB-Zug mit Radanhänger zurück zu erreichen, so dass wir um 19.00 Uhr einigermaßen geschafft und voller Impressionen am Grazer Hauptbahnhof eintreffen.

Nachtrag 04.12.2009
Mit heutigem Tag erging ein abschlägiger Wasserrechtsbescheid des Landwirtschaftsministeriums, der es sehr unwahrscheinlich macht, dass das Kraftwerk an der Schwarzen Sulm realisiert werden kann.

WW