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Ende einer Institution: Edelsbrunner sperrte zu

Nach 31 Jahren sperrte eine Fahrrad-Institution im Norden der Landeshauptstadt zu: Die Firma Edelsbrunner, nach dem Tod von Inhaber Peter 2004 von Frau und Tochter weitergeführt, schloss Ende Oktober die Pforten für immer.      


Dank an die Kunden
Dank an die Kunden
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"In der heutigen wirtschaftlichen Lage nicht mehr rentabel", beantwortete Claudia Edelsbrunner für sich und ihre Kundschaft die Frage, ob sie nach der Pensionierung ihrer Mutter das geschäftliche Erbe antreten sollte. Claudia, die ebenfalls des Mechanikerberuf erlernt hat und den Laden seit Vaters Tod mehr oder minder geschupft hat, wollte sich beruflich neu orientieren, wie sie gegenüber ARGUS Steiermark sagte.

So entschieden sich die beiden Frauen, das Geschäft in der Andritzer Reichsstraße 70 aufzugeben und das Objekt zu verkaufen. Beginnend im September wurde der Lagerbestand abverkauft, Ende Oktober war es dann endgültig vorbei.



Traurige Auslage
Traurige Auslage
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Abverkauf
Abverkauf
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Der letzte Rest
Der letzte Rest
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Peter Edelsbrunner, 1982
Peter Edelsbrunner, 1982
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Weltrekord mit Eisrad
Weltrekord mit Eisrad
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Vom Motorbootrennfahrer zum Eisrad-Weltrekordler
Die Geschichte des Andritzer Betriebs ist eng mit Peter Edelsbrunner (geb. 1948) verbunden. 1978 gründete er, nachdem er seine internationale Motorbootrennfahrerkarriere beendet und seine Meisterprüfung gemacht hatte, mit seiner Gattin Marianne in der Andritzer Reichsstraße das Unternehmen. Man spezialisierte sich auf den Verkauf und Reparatur von Mopeds und Fahrrädern.

Mit Beginn der BMX-Zeit in Österreich übernahm Edelsbrunner den Fahrradbetrieb Mandellstraße 6 von Frau Trummer, die in Pension ging. Der dort entstandene BMX-Shop war bald in der ganzen Steiermark bekannt. Die BMX-Bahn in Judendorf-Straßengel ging auf tatkräftige Hilfe und Initiative von Peter Edelsbrunner zurück, der auch sonst experimentierfreudig - etwa mit der Konstruktion eines rekordverdächtigen (Eis-)Liegerads - war. In den späten 1980er-Jahren übernahm Edelsbrunner dann das Geschäft von Vater Willi (geb. 1923) in der Pestalozzistraße 62. Dieser hatte dort seit 1955 einen Zweiradhandel mit Reparatur betrieben. Edelsbrunner jun. konzentrierte sich in der Folge auf den Großhandel mit Fahrrädern und Zubehör.

Peter Edelsbrunner war in der Wirtschaftskammer als Berufsgruppenobmann der Zweiradmechaniker sowie als Innungsmeisterstellvertreter und Vorsitzender der Meisterprüfungskommission und war als allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger tätig. Großes Engagement legte er in der Ausbildung des Nachwuchses und die Schaffung eines eigenen Berufsbildes "Zweiradmechaniker" an den Tag. 

(ARGUS)