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Mit dem Rad gut durch den Winter

Für AlltagsradlerInnen sind auch tiefe Temperaturen, Eis und Schnee kein Hindernis. Bis 3.000 RadlerInnen täglich und darüber - die Hälfte der Jahresspitzenwerte - werden auch in den "harten" Monaten Dezember, Jänner und Februar an Grazer Zählstellen registriert.


Winterradeln macht Spass
Winterradeln macht Spass
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Mehr Licht ist sicherer
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Herausforderung Scheefahrbahn
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Antwort Spikes
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Spikesfahrer
Spikesfahrer
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Vor allem auf gute Ausrüstung sollten RadlerInnen achten. Keinesfalls sollte man dem Irrtum verfallen, im Winter tue es ja auch ein altes, schlecht ausgestattetes Fahrrad, weil es ja ohnehin kaputt gehe.

Sehen und gesehen werden: Licht und Reflektoren
Weil es schon vor 17.00 Uhr finster wird und in der Früh spät hell, muss gerade jetzt auf eine funktionierende Lichtanlage und korrekte Reflektorenausstattung geschaut werden. Innovative Leuchtdioden-Beleuchtungssysteme und Standlichtfunktion im Vorder- und Rücklicht sind sehr zu empfehlen, da sie buchstäblich die Nacht zum Tag werden lassen. Vor allem im Winter-Alltag sind Nabendynamos von Vorteil, da sie zum einen ohne zusätzlichen Kraftaufwand zu betreiben sind und bei Nässe nicht durchrutschen können. Im Gegensatz zu Batterie- oder Akkulichtern wird der Nabendynamo nicht leer und man kann ihn auch nicht zu Hause vergessen.

Zusätzlich vorgeschrieben und der Sicherheit vor allem in der dunklen Jahreszeit dienlich sind Reflektoren: ein weißer vorne, ein roter hinten, pro Laufrad zwei gelbe in den Speichen sowie pro Pedal ebenfalls zwei gelbe. Statt der üblichen Kunststoffteile kann auch die im Handel erhältliche reflektierende Klebefolie verwendet werden, die zum einen weniger Gewicht aufs Rad bringt und zum anderen weniger Vandalismus-anfällig ist.

Auch reflektierende Materialien an der Kleidung, etwa reflektierende oder aktiv leuchtende Hosenbeinraffer oder Warnwesten, erhöhen Sichtbarkeit und damit die Sicherheit.

Bereifung - warum nicht Spikes?
Bewährt haben sich auch die seit einigen Jahren von diversen Herstellern erhältlichen Spikereifen. Damit ist man bei Nässe, Schnee oder Eis im Vorteil. Auch wenn es in Graz nicht häufig schnee- und eisglatt ist, empfiehlt sich die Montage dieser Reifen. Sehr tückisch ist nämlich vor allem die überfrierende Nässe, die unerwartet und plötzlich auftritt und vor allem in der Dunkelheit von den RadlerInnen oft erst zu spät bemerkt wird. Ideal im punkto Flexibilität ist es natürlich, wenn man ein eigenes, mit Spikes ausgestattetes Winterrad hat.

Augenmerk auf Bremsen
Gut eingestellte und funktionierende Bremsen sind natürlich unabhängig von der Jahreszeit wichtig. Im Winter sollte man durch die erhöhte Materialbelastung aufgrund stärkerer Verschmutzung und der Einwirkung von Nässe und Salz immer ein Auge auf die Bremsen haben und diese gegebenenfalls entsprechend warten. Auch ist der Verschleiß von Bremsbelägen in der Salz- und Staubsaison höher.

Wichtiger Winterdienst
Eine wichtige Voraussetzung für das Winterradeln ist ein guter Winterdienst. Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Graz sind dafür mit eigenen Räum- und Streufahrzeugen für Rad- und Fußwege gerüstet. Der Splitteinsatz ist stark zurückgefahren worden, der für Fahrradschläuche oft mörderische spitze Splitt sollte nur selektiv auf Steilstücken zum Einsatz kommen, ansonsten wird auf Feuchtsalz zurückgegriffen. Sollten trotzdem störende Haufen zurückbleiben oder andere Probleme auftauchen, sollte dies umgehend gemeldet werden. Die Hotline für den Winterdienst in Graz lautet Tel. 872-7211 od. -7213 rund um die Uhr besetzt; Portier: -7272.



Richtig fahren - weitere Tipps
  • Auf frisch verschneiten Wegen kann man problemlos radeln. Trotzdem erfordern nasse und schneebedeckte Wege und schlechte Sicht (auch mit Spikes) erhöhte Aufmerksamkeit durch die Radelnden. Es ist wichtig, die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen, vorausschauend zu fahren, keine ruckartigen Lenkbewegungen auszuführen sowie frühzeitig und moderat zu bremsen.
  • Vor allem muss man stets damit rechnen, dass gerade auf Nebenstraßen überfrierende Nässe trotz guter Räumung und Streuung die Wege stellenweise in Eisbahnen verwandeln kann. Daher: Vorsichtig Kurven fahren! Dabei nicht treten oder bremsen! Bei glatter Fahrbahn jedenfalls möglichst ausrollen lassen.
  • Um für alle Fälle rasch die Beine am Boden zu haben, sollte man im Winter auf Clickpedale verzichten.
  • AutolenkerInnen haben sich ebenfalls an die Witterungsverhältnisse anzupassen. RadlerInnen sollten grundsätzlich nur an übersichtlichen Stellen und nur mit ausreichendem Abstand (mindestens 1,5 Meter) überholt werden.
  • Öfter als im Sommer ein paar Tropfen Öl auf Kette und bewegliche Teile erleichtern die Fahrt.
  • Das Kälte-Argument als Hinderungsgrund zieht nicht, wenn man sich richtig kleidet (Schifahren geht ja auch...). Auch wenn es beim Losfahren etwas ungemütlich sein kann, wird es unterwegs doch recht schnell warm. Nach dem bekannten „Zwiebelschalenprinzip" mit mehreren dünnen Schichten übereinander kann man die optimale Temperatur recht einfach einstellen. Generell sollte auf atmungsaktive, wind- und wasserdichte Bekleidung geachtet werden. Sichtbarer und damit sicherer radelt es sich selbstverständlich mit heller Kleidung. Wer besonders sicher unterwegs sein möchte, kann auch eine Warnweste überziehen, die mittlerweile überall sehr günstig erhältlich sind. Für einen wohl temperierten Kopf gibt es bekanntlich Hauben und Stirnbänder. Besonders vorteilhaft erweisen sich auch „Buffs", dünne, schlauchförmige Tücher aus Trikotstoff, die in verschiedenen Variationen getragen werden können, somit Kopf und Hals schützen und auch unter den Helm passen. Noch ein paar Handschuhe angezogen, und los geht's!

 

HEIDI SCHMITT (ARGUS)