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Öffi-Offensive: Wo bleiben die Radler?

Die Debatte über Straßenumbauten in Zusammenhang mit Öffi-Offensive und die Folgen für RadlerInnen stand am 02.02. im Mittelpunkt des ARGUS-Arbeitstreffs mit Vizebürgermeisterin Lisa Rücker.

Der Arbeitstreff mit Rücker war quasi die Fortsetzung des Radforums vom Dezember, als die Verkehrs-und Umweltreferentin krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte. Mit dabei waren auch ihre Mobilitätsreferentin Gudrun Uranitsch und der Radverkehrsbeauftragte Helmut Spinka.  


Arbeitstreffen
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Projekte erörtert
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Reitschulgasse als "kleine Herrengasse"?
Schon bald am Programm steht der Umbau der Reitschulgasse. Hier ist eine technisch notwendige Schienenspreizung vorgesehen, der der Radfahrstreifen Richtung Dietrichsteinplatz zum Opfer fallen wird. Bei dieser Gelegenheit soll der nördliche Gehsteig verbreitert werden und nur noch einige Ladezonenparkplätze und Radabstellplätze übrig bleiben. Der Radverkehr soll - wie schon Richtung Jakominiplatz - nun auch stadtauswärts auf dem Gleiskörper, sprich zwischen den Schienen, geführt werden.

Ein Vorschlag von Stephan Landgraf (ARGUS), der nordseitig einen Zweirichtungs-Radweg und die Verlegung der Ladezonen in die Mondscheingasse bzw. auf den Jakominiplatz vorsah, drang nicht durch. Tendenziell wurde die Meinung vertreten, dass die Neugestaltung auf einem Niveau passieren sollte, sodass es für weniger sichere RadlerInnen die Möglichkeit auszuweichen gibt, falls ihnen eine Tram im Genick sitzt. Außerdem würde diese Lösung den Vorstellungen von Geschäftsleuten und AnwohnerInnen nahekommen, die sich "ihre" Gasse als "kleine Herrengasse" wünschen. 

Wie schon wiederholt thematisiert, wird es infolge der Schienen- und Haltestellenumbauten unumgänglich sein, an der Zwangsgemeinschaft in Sachen Flächennutzung zwischen StraßenbahnfahrerInnen und RadlerInnen zu arbeiten. "Die GVB darf nicht drängeln", stellte Rücker klar. Im Rahmen einer breiteren "Toleranzkampagne" soll dieses prekäre Verhältnis heuer erhoben, bearbeitet und verbessert werden.    

Bahnhof und Annenstraße
Auch in erster Linie mit der Verbesserung der ÖV-Bedingungen hängt die großzügige Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes inklusive Unterführung des Bahnhofgürtels zusammen, die 2010-14 abgewickelt werden soll. Einige Verbesserungen für die RadlerInnen sollen auch drin sein: Zum einen wird der Geh-/Radweg an der Südseite Eggenbergerstraße bis zur Kreuzung Bahnhofgürtel vorgezogen. Die Weiterfahrt in der Annenstraße erfolgt allerdings - wie bisher - gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr, wobei an den Haltestellen Esperantoplatz und Roseggerhaus ähnlich wie in der Leonhardstraße Aufpflasterungen vorgesehen sind.
 
Am nordseitigen Radweg wird sich wenig ändern, außer dass die Querung der aus der unterirdischen Haltestelle Bahnof auftauchenden Schienenstränge Richtung Waagner-Biro-Straße verlegt wird. Neu wird - voraussichtlich - die Weiterführung über die Bahnhofgürtelkreuzung bis zur Metahofgasse. Derzeit existiert hier ja stadteinwärts nur ein Einrichtungsradweg, der allerdings häufig auch gegenläufig genutzt wird. Stadtauswärts soll die Annenstraße vom Kfz-Verkehr befreit und die RadlerInnen auf einem Einrichtungsradweg geführt werden.

Der Bahnhofsvorplatz soll gut zu queren sein (künftig nicht nur Richtung Keplerstraße, sondern auch Richtung Norden entlang des Bahnhofgürtels bis zur Lastenstraße) und hoffentlich um die Konfliktbereiche mit Bushaltestellen und fehlenden Aufstellflächen für die Fahrgäste bereinigt werden. Auch eine überdachte Radabstellanlage ist geplant, wobei sich dabei natürlich die Frage der Konkurrenz zur Radstation stellt. Der Vertrag mit den ÖBB dafür läuft 2011 mit der Option einer dreijährigen Verlängerung aus - bleibt zu hoffen, dass die überdachte Anlage heraußen nicht als erster Schritt zum Ausstieg der Stadt aus dem Projekt Radstation ist. Im gegenteil, wichtig wäre wohl ein Upgrading etwa durch eine kleine Werkstatt, wie dies ja schon von Anbeginn überlegt wurde.        

"Ich bin am wenigsten Autoreferentin"
Lisa Rücker, die vor knapp zwei Jahren das Umwelt- und Verkehrsressort in der Stadtregierung übernommen hat, räumte im der ARGUS-Diskussion ein, dass sie die Langwierigkeit der angestrebten Lückenschlüsse im Radverkehrsnetz unterschätzt habe. In einigen Fällen laufen Enteignungsverfahren als letztes Mittel. Hier habe man mit der weit verbreiteten Meinung "Wegen eines Radweges kann man doch nicht enteignen" zu kämpfen. Außerdem müsse man penibel Nachweis führen, dass öffentliches ein Interesse gegeben sei: "Aber wir tun es."

"Ich bin nicht nur Fahrradreferentin, ich bin aber am wenigsten Autoreferentin", stellte Rücker klar, die bedauerte, dass bei der ihr wichtigen Bürgerbeteiligung wenig Rückwenwind für die Eindämmung des Kfz-Verkehrs komme: "Da sind wir oft ganz alleine". Positiv sei hervorzuheben, dass sich stimmungsmäßig in Sachen Radverkehr einiges verbessert habe, "aber es ist noch viel zu tun".   


Radampel
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Von Schneeresten blockierter Radfahrstreifen
Von Schneeresten blockierter Radfahrstreifen
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Mehr Radlogos, eigene Ampeln
Nicht nur zwischen den Schienen, auch in den für RadlerInnen offenen Busspuren soll vermehrt das Radsymbol angebracht werden, um die Mitnutzung zu betonen und stärker sichtbar zu machen.

Eine Maßnahme, die niemandem was wegnimmt und den RadlerInnen Vorteile bringt, ist die Installation eigener (kleiner) Radampeln: Hier soll ein Pilotprojekt in Angriff genommen werden, voraussichtlich an der Kreuzung Opernring - Franz-Graf-Allee, mit dem Ziel der Trennung des Fußgänger- und Radlersignals und der Verlängerung des letzteren. Der Vorschlag, eine Phasenverlängerung an der Kreuzung Keplerstraße-Radweg - Hans-Resel-Gasse einzurichten und damit die Kürzung der Grünphase durch den neu eingerichteten Linksabbieger aus der Keplerstraße zu kompensieren, wurde von der Verkehrssicherheitsgruppe vereitelt: Es bestünde die Gefahr, dass FußgängerInnen die - meterweit von den Fußgängerampeln entfernten - Radsignale als für sie geltend interpertieren könnten. 

Kurz angeschnitten wurde auch die Schneeräumung. Allgemein wurde festgehalten, dass es in den letzten Jahren zwar Verbesserungen gegeben habe, dass aber das Problem von blockierten Radfahrstreifen, inbesondere jener gegen Einbahnen, sowie der Schneedepots auf Radfahrüberfahrten in Kreuzungsbereichen noch nicht durchgehend gelöst sei. Hier wurde seitens ARGUS der Einsatz von Schneefräsen, die mit der Räumung zugleich den Abtransport des Schnees besorgen, vorgeschlagen.