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Drei Buben im Schnee

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Vor Start beim Schloss Eggenberg
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Horst bastelt
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Auffahrt
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| Im Jänner 2010 war es für die letzten Jahre geradezu untypisch kalt, sogar eine durchgehende Schneedecke überzog Graz über einen längeren Zeitraum. Ein kurze Testfahrt zeigte, dass man selbst mit "Sommerreifen" (Schwalbe „Big Apple" 50-622) auf einem altmodischen Trekkingrad im 1. Gang ordentliche Steigungen erklimmen konnte.
Nachdem weiter anhaltende Kälte vorausgesagt wurde (und sogar weiterer Schneefall, der sich dann aber im prognostizierten Zeitrahmen nicht bewahrheitete), konnte der erste ARGUS-Snow-Ride angekündigt werden. Zaghaft tröpfelten Anmeldungen ein, doch am Morgen des Ausfahrtstages schneite es heftigst - und ich bekam Abmeldungen (face to face von der Familie beim Frühstück, weiters noch per Telefonanruf und Türklingel) mit diversen Begründungen und auch ohne, durch Nichterscheinen beim Treffpunkt.
Zumindest Georg war pünktlich beim TP Schloß Eggenberg (Haupteingang). Ein gewisser Mister W. (nicht ganz so geheim wie ein Mister X) schaute mit einem (geborgten) wirklich trendigen 29" Hardtail vorbei. Leider war es ihm nicht möglich mitzufahren. Wäre doch heute der Tag gewesen, um die Features 29"-Geländereifen, Scheibenbremsen und geringes Gewicht dieses tollen Bikes auszukosten. (=> Night Snow-Bike-Ride 07.02.) Georg war mit antikem 26" Kettler-Alu-MTB (langer Radstand) ausgerüstet, breite, grobstollige Spikereifen, sonst aber nichts dran, was heute von besonderem Vorteil sein könnte. Mein aufgebrezeltes Dailydriver-Waffenrad hatte anlassbezogen wintertaugliche Nokia 47-622 Allroundreifen montiert, sonst auch nichts Hilfreiches für Schneebetrieb dran.
Dass mir am späten Vorabend ein wichtiges Teil der Cantilever-Vorderbremse brach (!) und morgens eilig repariert werden musste, möchte ich erwähnen, damit nur ja niemand zuviel Vertrauen in sein/ihr Bremssystem steckt. *)
Das reparierte Brems-Teil wurde also geschwind noch beim Treffpunkt montiert und wir aufbruchfertig, als ein Radler mit höchst interessantem Hinterbau bei uns einbremste: „Free Radical" (von Xtracycle) nennt sich diese interessante Konstruktion und Stefan, der Fahrer, hörte durch Mundpropaganda von der heutigen Ausfahrt ("Da wollen ein paar Irre bei dem Wetter über die Hügel" - oder so ähnlich). Wir freuten uns über diesen unerwarteten mutigen Zugang. Denn zur heute nachteiligen Geometrie seines Radls kam noch die gewagte Bereifung dazu: Zwar fette, aber kaum profilierte Vredestein "Perfect Moiree" 54-559.
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Schiebepartie
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Härtetest
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Lonesome Biker
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Stefan im Drift
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| Zum "Herrgott auf der Wies" geschoben In der Tat, gleich nach der Notausfahrt des Plabutsch-Tunels (hinter dem Schloß Eggenberg), blieb Stefan hängen. Aber auch mit den konventionellen Rädern ging es nur bis zur ersten Kurve. Gut 5 cm patziger Neuschnee auf vom gestrigen Regen aufgeweichten Untergrund waren bergauf nicht zu derpacken. Also schoben wir bis zum ersten Flachstück, sogar in der Ebene war es mühsam zu fahren. Mit unterschiedlich großem Schiebeanteil erreichten wir den Gaisbergsattel ("Hergott auf der Wies").
Jetzt sollte die Anstrengung mit eine Abfahrt bis zum Thalersee belohnt werden! Denkste - mühsam kämpften wir uns mit kindlicher Freude Meter für Meter vorwärts. Als Geschwindigkeitsgrößenordnung muss ich berichten, dass uns sogar ein Fußgänger (wenn auch mit Stöcken getunt) überholte! Dazu fällt mir das Bonmot von Erich Kästner „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit" ein. "Erwachsene" hätten geschoben ("wirklich Erwachsene" hätten die Räder daheim gelassen ;) ).
Verließ man den von raren Spaziergängern ausgetretenen, aber unter dem Neuschnee nicht gut auszumachenden griffigen Trampelpfad, tauchten wir regelrecht - und regelmäßig - ab. Stefan konnte mit sehr guter Fahrtechnik (Ich sage nur Click-Pedale bei diesen Bedingungen!) seine Traktionsnachteile wettmachen, Georg spurte meist geschickt runter, während ich mich richtig schinden musste. Krampfhaft versuchte ich „auf dem hohen Ross" richtig zu lenken und zu bremsen, ich schwitzte mehr als beim Bergauffahren, zum Glück hatte ich 0,5 l Leitungswasser zur fallweisen Erfrischung mit.
Irgendwann trafen wir doch auf den Radweg R39/HR13 ein, der vom Straßenschneepflug mit kompaktem Schneematsch zugepflastert und somit ein Befahren der Hauptradroute 13 absolut unmöglich war (wenn das jemand vom ARGUS-Vostand gesehen hätte! ;) ). Wir entbanden uns der Radwegbenützungspflicht und erholten uns auf geradezu griffigem Asphalt Richtung Gösting. Schwenkte der Radweg von der Straße ab, befuhren wir diesen "Butter-Untergrund" (Zitat Georg), wirkliche Kontrolle war nicht möglich (aber auch mangels anderer RadwegnutzerInnen nicht nötig).
Beim Fuchsloch zeigte Stefan besonderen Sportsgeist und kam noch mit rauf zur Ruine Gösting. Hier schien es kälter (gewesen) zu sein bzw. war der Wald dichter, denn es war weniger Neuschneee auf der Forststraße und der Grip deutlich besser. Ich konnte einen Großteil des Anstieges sogar fahrend bewältigen - war aber nicht immer schneller als die beiden Schiebenden. An den Spuren war auszumachen, dass heute schon vor uns 2 MTBiker den Anstieg schafften.
Ein besonders seltenes Naturspektakel zeigte sich in Form der Wintergelse. Da surrte doch glatt eine Gelse vor meinem Vorderreifen herum - aber nicht mehr lange *knirsch*.
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10,4 km, 400 Hm, viiiiel Schnee Nahe des höchsten Punktes der Ausfahrt machten wir an der Wald-Kreuzung beim großen Schneemann Pause mit Jause und Siegerfoto (verloren haben alle StubenhockerInnen)!
Von nun an ging's bergab. Leider war der Turm der Ruine Gösting versperrt (Winterpause). So fuhren wir vorsichtig (ich durch den gestrigen Bremsenausfall sehr sensibilisiert - übervorsichtig) den Ruinenweg hinunter.
Um uns nicht zu verkühlen (schwitznasse Kleidung!), verzichteten wir auf einen Abschluss im Cafe - so endete die Tour trotz selektiver Strecke sturzfrei am Schlossplatz in Gösting.
Von der Schloßstraße (Schloss Eggenberg) zum Schloßplatz (Schloss Gösting) in ca. drei Stunden (10,4 km, 400 Hm, viiiiel Schnee, ergiebiger Schneefall).
Wir waren uns einig, dass wir so etwas wiederholen sollten, damit aber mehr mitfahren können & wollen bei leichteren Bedingungen, d.h. natürlich bei Schneebelag, aber wir lassen FußgängerInnen und/oder Holz-Lkw etwas Vorarbeit leisten.
Solltest du daran unverbindlich interessiert sein, schicke bitte ein E-Mail mit dem exakten Betreff „ARGUS-Snow-Ride" (copy&paste) an ami8|Ät|gmx.net mit |Ät|=@ und du bekommst im Fall einer Neuauflage ein Verständigungsmail.
Nachtrag: Solo Night Snow-Bike-Ride 07.02.
HORST KOSCHUTA
(Jänner 2010)
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*) Noch nie passiert, aber am Vorabend bei einem letzten Abfahren eines möglichen Snow-Ride-Strecken-Abschnittes brach mir das Aluteil des "Bremsverbindungskabels" (Shimano-Sprech), bzw bei Sheldon Brown "link wire" genannt! Bei "moderneren" Cantilever-Bremsen lenkt dieses Teil das Bremsseil auf einen Bremsschenkel um. Mein notwendiger, aber seltener Typ "C" (106mm) war weder in meinem Teilelager noch beim Radl-Nahversorger in Eggenberg vorrätig, deshalb die obig angesprochene Flickerei (2 hintereinander gesetzte Schraubnippel verbinden 2 kurze Bremsverbindungskabel).
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