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Wieviel von "made in Austria" kommt aus Österreich?
Fertigungstiefe und Wertschöpfung bei KTM und Simplon

"Simplon", Anfragebeantwortung vom 28.12.2004:

"In Hard / Vorarberg wird folgendes gemacht: Entwicklungsarbeit (Konstruktion, Prototypenbau, Fahrtest, Prüfstandtests bezgl. Dauerfestigkeit, Maximalbelastung, Steifigkeit) Oberflächendesign (Lackierung und Aufkleber) Pulverbeschichtung der Rahmen (Alurahmen) Nachkontrolle der Rahmen und Nachbearbeitung aller Lagersitze Montage von Fully Hauptrahmen und Hinterbau Laufradbau Endmontage des kompletten Rades in Einzelfertigung.

Es ist allerdings richtig, dass die Massenproduktion der rohen Rahmen bei Herstellern gemacht wird, die auf Fahrradrahmenbau im höchsten Qualitätsniveau spezialisiert sind. Dazu arbeiten wir mit 2 Verarbeitungsbetrieben für Alurahmen und 2 verschiedenen Spezialisten auf dem Kohlefasersektor zusammen. Die Rahmen aus Kohlefaser werden beim Rahmenbauer lackiert weil die Lackierung ein wesentlicher Teil der Oberflächen-Endfertigung darstellt. Auch unsere Rahmenbauer sind in Fernost (leider haben die Europäer den Zug hier schon lange verschlafen und er ist schon seit 15 Jahren vermutlich uneinholbar abgefahren).

Die Rahmen werden bei unseren Partnerbetrieben exklusiv für uns und exakt nach unseren Vorgaben und unseren Konstruktionen gefertigt. Im Gegensatz dazu verbauen einige „Hersteller" Rahmen aus Standardproduktion von Fernost. Diese Rahmen sind natürlich nicht so weit entwickelt und stellen maximal Dirchschnittsware mit günstigem Preis aber entsprechend auch geringere Leistunsfähigkeit und relativ unspektakulären Detaillösungen dar."

Zum Thema Wertschöpfung Wert der Arbeitsleistung in Österreich am Beispiel des Trekkingrades KTM LifeSpace:

Bei der Herstellung eines Rades in diesem Preissegment kann man von einer Wertschöpfung durch die am Rad erfolgte Arbeitsleistung in Österreich in Höhe von circa 50 % rechnen.

Bei KTM in Mattighofen zählen dazu hauptsächlich folgende Arbeitsschritte und Dienstleistungen: Entwicklung und Design, Rahmentest auf Komplettbike-Simulator, Laufradfertigung (Einspeichen, Walken, Zentrieren), Farblackierung, Dekoranbringung und Pulverlackbeschichtung mit wasserlöslichen Substanzen, 14 Montage-Schritte (u.a. Reifenvormontage, Zahnkranzmonotage, Gabelanpassung, Tretlagerfixierung, Bowdenzug-Verlegung) zur Arbeitsvorbereitung, Montage der Anbauteile an den Rahmen, Endkontrolle und Verpackung.

Dazu noch allgemeine Verwaltungs- Vertriebs- und Marketingkosten. Letztendlich noch Kosten für Lagerung, Kapitalbindung und Versand über die ÖBB.

Die andere Hälfte der (50 %) betrifft den Material-Einsatz (Fremdkosten): Lacke, Dekore, Verpackungskarton, Aluminium-Rahmen, Anbauteile wie Gepäckträger, Licht, Schaltung, Bremsen.