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Leserbrief zu Nagl-Plan der Schmiedgasse-Sperre für RadlerInnen

Leserbrief zu „Die Innenstadt von Graz erhält ein neues Gesicht" vom 18.04.2010
Bürgermeister Nagls Idee für verkehrliche Neuerungen in der Innenstadt hat vor allem einen Haken - sie ginge primär zu Lasten der RadlerInnen. Diese aus der Schmiedgasse zu verbannen, ist inakzeptabel. Zum einen widerspricht sie den permanenten Bekundungen der Stadtverantwortlichen, den Radverkehr zu fördern: Gerade hohe Netzdichte und punktgenaues Erreichen der Ziele sind das Asset des urbanen Radverkehrs, weshalb erst vor zwei Jahren weitere Teile der FUZO geöffnet wurden.
Zum anderen handelt es sich bei der Schmiedgasse um die Hauptachse des innerstädtischen Radverkehrs, die am Amtshaus mit bis zu 650 RadlerInnen pro Stunde einen - zugegebenermaßen nicht unproblematischen, in Anbetracht der Größe der FußgängerInnen- und RadlerInnenströme aber einen beachtenswert konfliktfreien - Knotenpunkt mit der O-W-Achse findet.

Eine Maßnahme wie diese wäre, auf den MIV umgelegt vergleichbar mit dem Ansinnen, die Glacisstraße für den Autoverkehr zu sperren. Abgesehen davon wäre die angebotene Ausweichroute Raubergasse von Attraktivität und Kapazität wohl keine Alternative.

Die Vorschläge der ARGUS Radlobby in den vergangenen Jahren sahen vielmehr eine Verbesserung der Alternativangebote für jene RadlerInnen vor, die nicht unbedingt den Stadtkern als Ausgangs- oder Zielpunkt haben, etwa durch die Weiterführung der Ringradwegs vom Eisernen Tor bis zumindest Radetzkyspitz oder die Öffnung einer zweiten Ost-Westachse Stempfergasse - Landhausgasse.

Dr. Heidi Schmitt
Obfrau ARGUS Steiermark