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619 mal ARGUS-Augen aufs Licht

Immer im Herbst - manchmal auch im Frühjahr - rücken die LichtkontrollorInnen von ARGUS aus: Diesmal gingen sie ab 3. November auf die "Pirsch" - radelnde BeleuchtungssünderInnen wurden informiert und ihre Räder, so weit möglich, fit gemacht.



Viel los an der Keplerbrücke
Viel los an der Keplerbrücke
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Thomas dirigierte die Werkstatt
Thomas dirigierte die Werkstatt
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Stirnlampe
Stirnlampe
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"Licht und Technik", wie die seit 2006 von der ARGUS Steiermark gemeinsam mit der Grazer Polizei und Bicycle durchgeführte Aktion, startete wieder kurz nach der Zeitumstellung vor der Oper. Das bewährte Format, das von Stadt und Land unterstützt wird, zusammengefasst: die Polizei hält an, ARGUS-Aktive checken die Räder, informieren und rüsten fehlende Speichen-, Front- und hintere Reflektoren nach, bei Bedarf repariert Bicycle in der mobilen Werkstatt, gut ausgestattete RadlerInnen erhalten eine Zotter-Schoki.

Einige RadlerInnen waren noch ein wenig im „Timelag" - zumindest hörte man bei den Unbeleuchteten immer wieder das Argument, sie hätten nicht damit gerechnet, dass es jetzt schon so früh dunkel wird und sie hätten deshalb kein Licht dabei.

Der Auftakt an der Oper war dennoch angenehm: Die Stimmung der Beteiligten und der angehaltenen RadlerInnen war sehr gut, es gab sehr interessante Gespräche rund ums Rad und die HelferInnen ernteten diesmal ausgesprochen viel Lob und Anerkennung für die Aktion durch die Kontrollierten. Der Gesamtzustand der Räder war überwiegend gut, und es wurde auch relativ viel Schokolade verteilt. Thomas und seine Mechaniker waren dennoch mehr als ausgelastet und machten sogar Überstunden, da vor allem beim letzten Rad die Lichtanlage nicht und nicht funktionieren wollte.

Beim zweiten Termin am 04.11. an der Keplerbrücke hatten alle Beteiligten alle Hände voll zu tun. Hier hätte das ARGUS-Team noch einige mehr Aktive brauchen können - die Frequenz war hoch, die Mängeldichte auch. Die Reflektorenkiste war am Ende des Abends ziemlich geplündert, denn anders als an der Oper mussten in der Regel nicht nur einzelne Teile nachgerüstet werden, sondern es fehlte nicht selten neben dem Licht auch die gesamte Reflektoren-Palette. So wurden Speichenreflektoren angesteckt und Reflexfolie gepickt, und es bildeten sich bei den ARGUS-Aktiven und beim Bicycle-Stand lange Schlangen von Wartenden.

Einige RadlerInnen kamen auf den Artikel in der „Kleinen Zeitung" hin auch extra zur Aktion, um sich ihre Schokolade abzuholen. Originell war oft die kreative Art und Weise der Lichtausstattung: Neben den diversesten Leuchtquellen in unterschiedlichen Farben, die in der Hand gehalten wurden, behalf sich z.B. ein Radler mit dem blinkenden mp3-Player. Ein Afrikaner wurde offenbar etwas vom schallend lachenden Einsatzteam verschreckt und bog vorher ab: Er kam, nicht ganz ungefährlich, mit dem Radlicht im Mund dahergerollt. Trotz der Hektik erntete die Aktion aber auch an diesem Tag auffallend viel Lob durch die angehaltenen RadlerInnen.


Am Lendplatz
Am Lendplatz
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(Irr-)Licht im Korb
(Irr-)Licht im Korb
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Kontrolle Schmiedgasse
Kontrolle Schmiedgasse
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Stirnlampen und Irrlichter
Eine bekannt schwieriges Pflaster, was die Lichtdisziplin anbetrifft, ist der Lendplatz, was sich auch beim Einsatz am Abend des feucht-trüben 08.11. bestätigte. Die Polizei hielt sich mit den Anhaltungen zurück, wo irgendwas leuchtete, wurde in der Regel überhaupt auf eine Kontrolle verzichtet. So ist auch die extrem hohe Mängelquote von 80 Prozent (!) zu erklären. Im Schnitt liegt die Mängelquote (Beanstandungen bei angehaltenen Fahrrädern) bei rund 50 Prozent. Was noch auffiel: Viele RadlerInnen gaben sich als FußgängerInnen aus und schoben ihr - sichtbar lichtmäßig unterversorgtes - Gefährt an den in Leuchtwesten von Weitem sichtbare KontrolleurInnen vorbei.

Wieder überaus kreativ bis kurios waren die individuellen Licht(-Not)-Lösungen: Von der roten Dioden-Höhenforscher-Stirnlampe bis zur weiß nach hinten leuchtenden Taschenlampe im Einkaufskorb wurden einige interessante, leider aber durchwegs nicht StVO konforme Beleuchtungsvarianten vorgeführt.

Der Termin am 09.11. am Marihilferplatz wurde wegen Regens verschoben und auch der Ersatztermin am 16.11. an der Bertha-von-Suttner-Friedensbrücke wurde eine feuchte Angelegenheit. Dazwischen lagen noch der erste Einsatz an der Friedensbrücke sowie am 15.11. einer in der Schmiedgasse, wo es - wie immer - ordentlich rund ging.


Szenerie Schmiedgasse
Szenerie Schmiedgasse
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Ben bei der Arbeit
Ben bei der Arbeit
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Besonders schwere Fälle zum Schluss
Der letzte Einsatz an der Bertha-von-Suttner Friedensbrücke war leider überschattet von einem besonders schweren Fall von „Alkohol am Lenker". Ein korrekt beleuchteter und gut ausgestatteter Herr in reflektierender Arbeitskleidung, der schon fast eine Schokolade bekommen hätte, fiel zwar nicht durch unkoordinierte Fahr-, aber durch seine schwergängigere Sprechweise auf. Der Alkoholtest, den die Polizisten gleich vor Ort durchführten, verlief eindeutig und war mit 2,5 ‰ trauriger Rekord bei den der bisherigen Aktionen. Auch die Werkstatt hatte einen schweren Fall zu lösen: Ein kaputtes Rücklicht musste sogar mittels Säge entfernt werden. Ansonsten fiel der letzte Abend durch den hohen Schokoladeverbrauch auf. Wie schon in der Vergangenheit zeichnet sich dieser Standort durch hohe Lichtdisziplin aus, weil südlich davon jener Teil des Murradweges beginnt, der schlecht bzw. gar nicht beleuchtet ist. 

"Alles in Allem war die Herbstaktion recht erfolgreich und alle Beteiligten hatten den Eindruck, dass trotz teilweise recht kreativer Lösungen, die RadlerInnen vermehrt auf gute Beleuchtung achten", resümmiete ARGUS Steiermark-Obfrau Heidi Schmitt.

619 Kontrollen
Zwischen 03. und 16.11. wurde an sechs jeweils zweistündigen Kontrollen insgesamt 619 RadlerInnen angehalten und ihre Fahrräder inspiziert. Bei 399 Rädern wurden Mängel festgestellt, davon wurden 96 in der mobilen Werkstatt behoben, kleine Probleme wie fehlende Reflektoren wurden von den ARGUS-Aktiven behoben. 

(ARGUS)