Glacis-Zinzendf
 
Sie befinden sich:  » Graz Radln  |  » Aktuelles  |  » 2010

Grazer Radklima: Diebstahl und Parken als Problem

Ein Klimatest unter Grazer RadlerInnen zeigte: Fahrraddiebstahl und Parken sind die Problemfelder. Sonst haben sich alle Indikatoren gegenüber 2007 verbessert.


Befragung
Befragung
Bildvergrößerung

301 Grazer Radlerinnen und Radler wurden im September im Auftrag der Verkehrsplanung der Stadt unter Federführung der Forschungsgesellschaft Mobilität FGM befragt. Wie schon 2007, als der Klimatest auch in mehreren Bezirksstädten durchgeführt wurde (Auftraggeber: Land Steiermark) wurden nach einem Notenschema zwischen 1 und 6 die Bedingungen für den Radverkehr in Graz subjektiv beurteilt.

Insgesamt wurden 16 von 22 Fragen besser als der Durchschnitt (3,5) bewertet. In den allgemeinen Stimmungsfragen gab es Verbesserungen: Der Spaßfaktor ("Radfahren macht Spaß") erreichte den Topwert von 1,5 (2007: 1,9), die subjektive Sicherheit ("Als RadfahrerIn ist man sicher") kam auf immerhin 2,8 (3,0). Im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln punktet Radfahren gegenüber den Öffis ("praktischer als der öffentliche Verkehr") mit einem Wert von 1,7 deutlicher als gegen das Auto mit 2,6. Damit zusammenhängend die grundsätzlich positive Einschätzung der infrastrukturellen Voraussetzungen in Graz: Die Note 2,4 gibt es auf die Frage, ob man in Graz zügig und direkt Radfahren kann, 2,2 gibt es für geöffnete Einbahnen, 2,1 für Werbemaßnahmen.   

Den schlechtesten Wert von 5,3 gab es zum Thema Fahrradiebstahl ("Fahrräder werden nie gestohlen"). Hier verschlechterte sich die Benotung um knapp einen Punkt. Ein Alarmsignal, weiß man aus einer Studie, dass Bestohlene im Schnitt nach dem dritten geklauten Drahtesel den Hut draufhauen und auf ein anderes Verkehrsmittel  umsteigen.


Radabstellanlage
Radabstellanlage
Bildvergrößerung

Licht und Schatten
Der größte Absteiger im Ranking war der Bereich "Abstellplätze". Dafür gab es 2007 noch die Note 3, jetzt steht ein glatter Vierer im Zeugnis. Dies dürfte sich sowohl auf die Quanität als auch die Qualität beziehen. Auch bei der Frage nach "genügend Radwegen" sackte die Note auf 3,4 ab, 2007 war es 2,6 - ein Hinweis darauf, dass nach subjektiver Meinung der RadlerInnen zu wenig oder nichts weitergegangen ist beim viel propagierten Radwegeausbau und Lückenschlussprogramm. Dass hier von den Befragten sehr wohl differenziert wurde, zeigt die gleichzeitig die Verbesserung bei der Bewertung des Winterdienstes (3,6 auf 3,0).

Etwas schlechter geworden ist die Konfliktlage mit AutofahrerInnen (3,7 auf 3,9), während jene mit FußgängerInnen leicht abgenommen hat (3,0 uaf 2,8). Mehr für Radfahren getan werden könnte von PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen (3,3) und - in angewandter Hinsicht - von Polizei und Behördenmitarbeitern (5,2).

(ARGUS)

Fahrradklimatest Graz 2010 - Grafische Darstellung
Fahrradklimatest Graz 2010 - Grafische Darstellung
Bildvergrößerung