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Nach Varaždin nicht nur der Gräfin Mariza wegen

Berg und Fluss, Stadt und Wein, Slowenien und Kroatien - eine Tour über den Radlpass die Drau entlang durch Nordslowenien nach Varazdin birgt Erlebnisfülle, die man in ein verlängertes Wochenende packen kann, wie die ARGUS-Tour von 23.-26.06.2011 zeigte.


Radlpass
Radlpass
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Almweg
Almweg
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Alter Bildstock auf Weg nach Muta
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Drautalblick
Drautalblick
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Radwegfragment in Muta
Radwegfragment in Muta
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Auch krankheitsbedingte Ausfälle reduzierten die Fahrtgemeinschaft, die sich am Fronleichnamstag (23.06.) mit der GKB von Graz (ex 8:03) nach Eibiswald auf Reisen begab, auf ein Trio: Karin, Ulli und Wolfgang. Über den Radlpass ging es gleich nach der Grenze rechts ab auf einen Forstweg, der durch Wälder und über Almen 5 km den Bergkamm entlangführt und in einer rasanten Abfahrt ins Drautal nach Muta mündet. Hier wurde in der Gostilna "Pri Lipi" fein gespeist, ehe die Fahrt auf der - für RadlerInnen verbotenen - Hauptstraße (die Alternative wäre die steile Ortsdurchfahrt gewesen) nach Vuzenica auf das rechte Drauufer fortgesetzt wurde. In die andere Richtung verlockte uns ein neu angelegter schöner Radweg zu einer 1 km Falschfahrt in eine Sackgasse; ist diese Anlage einmal fertig, sicher eine interessante Variante, um nach Vuhred zu gelangen.

Was nun folgte, hat mit einem "Flussradweg" wenig zu tun: Zum einen ist man wenig an der Drau und oft bergauf und - ab am Fuße des Pohorje unterwegs, zum anderen handelt es sich um eine Radroute, die hauptsächlich auf Neben-, mitunter aber auch auf stärker frequentierten Straßen führt, wie etwa der Anstieg durch das Velka-Tal nach Podvelka, nach dem einem in Lehen eine Bar mit Mini-Market (Orosel) wie eine rettende Oase vorkommt. Die Beschilderung lässt zu wünschen übrig, der Erhaltungszustand der Straßen auch, dieser ist ja besonders schlecht auf den Nebenstraßen und ganz besonders schlecht am rechten Rand, dort wo die RadlerInnen unterwegs sind.

Nach gut 200 Hm erreicht man in Razpotje mit 543 m den höchsten Punkt des Drauradweges. Für Ulli wurde dieser Abschnitt zur Tortur, weil plötzlich Schmerzen im Bein auftraten, die sie bei jeder Erhebung aus dem Sattel zum Schieben zwangen. So stand die Tour schon auf der ersten Etappe knapp vor dem Abbruch. In den folgenden Abschnitten besserte sich der Haxen erfreulicherweise, sodass Ulli zum Schluss sogar noch die Power hatte, die bis Bad Radkersburg geplante 4. Etappe bis Spielfeld zu fahren.

Ab Ruše beginnen die Vororte von Maribor. Der erste Tag endete für uns nach gut 80 km im Süden der zweitgrößten slowenischen Stadt, wo wir in einem der Sporthotels am Fuße des Pachern Quartier bezogen. Den geplanten Altstadtbummel ließen wir sein und investierten nach dem Abendessen dafür mehr Zeit in einen regenerierenden Schlaf. 


Regenradlerin
Regenradlerin
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Schloss Dornava
Schloss Dornava
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Puchmuseum
Puchmuseum

Draubrücke in Ormož
Draubrücke in Ormož
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"Komm mit nach Varaždin"
Der zweite Tag war ein Regentag, ab dem späteren Vormittag begleitete uns das Nass von oben ständig. Auf der Fahrt durch das Stadtzentrum von Maribor gewannen wir auch eine kurze Impression vom Radverkehr in der zweitgrößten Stadt Sloweniens: Man setzt hier auf richtungsgebundene Radwege, die zum Teil in jämmerlichem Zustand sind. Diese Infrastruktur-Philosophie ist zwar sicherer als die Grazer, die in der Regel auf Zweirichtungs-Radwege bzw. Geh-/Radwege setzt, provoziert aber doch bei der umwegsensiblen Spezies RadlerIn viele "Geisterfahrten", bei der dann - wir wir beobachten konnten - die Falschfahrer bei Gegenverkehr kurioserweise links (auf den Gehsteig) auswichen.

Über die Draubrücke, unter der gerade gröbere Erdbewegungen für ein Kraftwerk im Gange waren, gelangten wir nach Malecnik und von dort über ruhige Nebenstraßen nach 30 km nach Ptuj. Hier, bereits im Regen, teilte sich die Kleingruppe: Während Ulli und Karin nach einer Stärkung den Drauradweg auf neben- und zum teil Schotterstraßen weiter Richtung Ormož fuhre, machte Wolfgang einen Abstecher zum etwa 15 km nordöstlich in Sakušak (Juršinci) gelegene Externe Verknüpfung 
Puch-Museum. Das Museum, das in einem wenige Meter vom Geburtshaus entfernten Bauernhaus untergebracht ist, hat nur am Wochenende regulär offen; wir hatten uns angemeldet und so wurde eigens aufgesperrt, wenngleich die Verwunderung groß war, dass die "Gruppe" aus nur einer Person bestand.

Trotz Regengewands pitschnass trafen wir in Ormož wieder zusammen, um gemeinsam die Grenze nach Kroatien zu passieren. Von hier sind es nur noch 20 km bis Varaždin, wobei sich ein Abschneider über Stremec lohnt. Über eine lange Gerade, die über einen beidseitigen Radweg nicht ganz aller erster Qualität verfügt, gelangt man in die Barock-Stadt, die auch - gemeinsam mit dem nahe gelegenen Koprivnica - als radfreundlichste Stadt Kroatiens gilt.

Für Ulli und Karin endete Tag 2 nach etwa 80, für den Museumsausflügler (mit Umwegen) nach 120 km.


Radpräsenz am Hauptplatz von Varaždin
Radpräsenz am Hauptplatz von Varaždin
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Folklore vor dem Rathaus
Folklore vor dem Rathaus
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Radverkehr durch Wachturm
Radverkehr durch Wachturm
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Drehorgelspieler
Drehorgelspieler
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Šipon und Ranfol
Externe Verknüpfung 
Varaždin ist immer eine Reise wert: Die Burg, die Altstadt mit ihren Plätzen und Gässchen, die sich herausgeputzt präsentieren, der Friedhof - und natürlich die RadlerInnen jeden Alters und Berufs, die Teil des Getriebes sind. Der dritte Tag empfing uns mit Kaiserwetter in einer Stadt, die noch an vielen Ecken an die Monarchie oder an Operettenseligkeit a la Gräfin Mariza (Externe Verknüpfung Emmerich Kálmán, 1924) erinnert.

Für Karins Drahtesel, bei dem ein Bremsseil gerissen war, suchten wir vergebens eine offene Werkstatt. Es war Staatsfeiertag.

Die 3. Etappe war bei Sonnenschein ein Klacks: Zurück nach Ormož, dann zehn Kilometer nach Norden durch die Weinberge - wobei wir noch einen Extra-Hügel über Litmerk nahmen - nach Svetinje. Hier am Nachbarhügel von Externe Verknüpfung Jeruzalem, befindet sich in einem 400 Jahre alten Haus eine feine Externe Verknüpfung Vinothek mit Appartments darüber. Ehe wir schöne Weine wie Sipon oder Ranfol verkosteten, besuchten wir noch per pedes die nahegelegene Taverne, die auch mit einigen Spezialitäten der regionalen Küche aufwarten kann.

Der vierte und letzte Tag schließlich führte uns hinunter nach Ljutomer (Luttenberg), vorbei am Externe Verknüpfung Stift Admont gehörenden, leider leeren Schloss Eisenthür. Nach dem Frühstück in der Weinmetropole der einstigen Untersteiermark nahmen wir den flacheren Weg über Prekmurje, passierten Veržej mit seiner Schiffsmühle, um über Sicheldorf heimische Gefilde anzusteuern. In Laafeld hab es noch einmal eine Kalorienzufuhr in einer Buschenschank, womit wir dann locker die Energie aufbrachten, um den hier besonders schönen Murradweg bis nach Mureck bzw. Spielfeld zu fahren.

In Spielfeld ließen zahlreiche RadtouristInnen die für den Ansturm nicht gerüstete Triebwagengarnitur der ÖBB überquellen. Mitgekommen sind aber alle, wir auch, nach 300 km und mehr im Sattel.

WW  



Vor Vinothek in Svetinje
Vor Vinothek in Svetinje
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Blick zurück nach Svetinje
Blick zurück nach Svetinje
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Hilfsbereite Dame in Tišina
Hilfsbereite Dame in Tišina
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Jeruzalem
Jeruzalem
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R2, Gnasbachbrücke
R2, Gnasbachbrücke
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Noch eine finale Labung...
Noch eine finale Labung...
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