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Eine kurze Tour zum "schwarzen Gold" der Steiermark

Wie das "schwarze Gold" der Steiermark gewonnen wird, stand im Zentrum einer "Kleinen Kernöltour" am 08.10.2011. Ziel war die Haindl-Mühle in Kalsdorf.


Maria und Karin am R2
Maria und Karin am R2
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Höhe Gärtnerei Leitner
Höhe Gärtnerei Leitner
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Gruppe am Mühlgangdamm
Gruppe am Mühlgangdamm
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Als Tour war die Ausfahrt zweifach rekordverdächtig: Sie war mit vielleicht 35 km die kürzeste der Saison, wies aber mit fünf Stopps die meisten Einkehrschwünge auf. Die Wetterbedingungen waren entsprechend: Mit rund 10 Grad war es um ca. 15 Grad kälter als noch zwei Tage davor, als der Altweibersommer über Nacht zu Ende gegangen war. Wenigstens war die Regenphase vorbei und es blieb den ganzen Tag trocken.

Eine - durch kurzfristige krankheitsbedignte Absagen dezimierte - neunköpfige Gruppe machte sich um 10.00 Uhr vom Sammelpunkt "LAVA-Park" auf dem R2 Murradweg Richtung Süden auf den Weg. Die A2-Unterführung stand unter Wasser - wir nahmen die Notdurchfahrt.

Unser Ziel war die Externe Verknüpfung 
Haindl Mühle und Ölpresse in Kalsdorf, direkt am Murradweg gelegen und seit Jahren für mich Wendepunkt sowie Einkaufsgelegenheit an der Spritztour "Variante Süd", die ich v.a. mit Klein-Emma im Anhänger oder am Trailer regelmäßig bzw. je nach Kernölbedarf absolviert habe. Gerne wollte ich einmal mehr über das Ölpressen erfahren, und so passte die ARGUS-Tour sehr gut ins eigene Wunschprogramm.


Rauch & Duft aus der Mühle
Rauch & Duft aus der Mühle
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An der Presse
An der Presse
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Heißes "Pesto"
Heißes "Pesto"
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Mehr als Mühle und Ölpresse
Nach der Begrüßung durch Chef Alois erfreute uns Johanna Haindl mit einem Kernölkuchen. Auch das gereichte Bauernbrot, das in frisch gepresstes Kernöl getunkt wurde, war nicht zu verachten. Dann erfuhren wir, wie die getrockneten Kürbiskern angeliefert, geröstet, gereinigt, gemahlen und mit Wasser und Salz versetzt werden, um schließlich als Pesto-artige Masse erhitzt und unter hohem Druck gepresst zu werden. Aus ca. zweieinhalb Kilogramm Kernen gewinnt man so einen Liter des "schwarzen Goldes", das ab Mühle € 17.- kostet. Die Kürbisernte von einem Hektar erbringt übrigens 600 bis 1.000 kg Kerne.

Johanna ist Diplomernährungsberaterin und veranstaltet Koch- und Backkurse nach der 5-Elemente-Ernährung. Außerdem werden im Mühlenladen neben Kürbiskern- und Mehl- bzw. Getreidespezialitäten allerlei feine Produkte wie Teigwaren, Müsli oder Donnertags selbstgebackenes Brot angeboten.

Die Familie Haindl mit ihren vier Beschäftigten betreibt auch eine (Bio-)Getreidemühle, die ebenso wie die Ölpresse mit Strom aus eigener Erzeugung versorgt wird. Das mit Wasserkraft getriebene Mührad am Mühlgang wurde 1971 stillgelegt, stattdessen eine Francisturbine zur Stromerzeugung eingebaut. Die erste Mühle hier stand schon Mitte des 18. Jahrhundert, damals zur Grundherrschaft des Stifts Rein gehörig. 1925 kaufte die Familie Haindl die Mühle.  



"Schwarzes Gold"
"Schwarzes Gold"
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... in Milchkannen
... in Milchkannen
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Ölkuchen bleibt übrig
Ölkuchen bleibt übrig
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"Familienfoto"
"Familienfoto"
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Kuchenschmaus
Kuchenschmaus
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Synchrone T-Shirt-Botschaften
Synchrone T-Shirt-Botschaften
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Noch zwei Abstecher
Wir fuhren nach dem obligaten "Familienfoto" weiter, um nach ca. 2 km im Kalsdorfer Ortsteil Groß-Sulz in die Externe Verknüpfung 
Mostbuschenschank Zach einzukehren. Für draußen wars zu frisch, aber auch drinnen schmeckten die Brettljausen, Aufstrichbrote und Salate bestens. Weil aber am Ende der Jause einigen doch noch der Kaffee abging - und den gibt es ja bekanntlich nicht in Buschenschänken -, visierten wir die Konditorei Purkarthofer in Fernitz an. Zu diesem Zweck fuhren wir ein Stück zurück, nahmen dann an der Verbindungsstraße Kalsdorf - Fernitz (L312) den Fernitzer Ast des R2 und querten die Mur-Kraftwerksbaustelle, um in den netten Ort einzuradeln.  

Den letzten Einkehrschwung machten dann nicht mehr alle mit: Einige wollten noch die "Bike-Poliere" am Lendplatz anfeuern, die nun ab und zu an Wochenende hier spielen und trainieren. Diese ließen sich zwar am eigentlich Beginn nicht blicken, dafür nahm der Rest der Radlergruppe einen Schilchersturm beim Macello, quasi als Aperitiv für die Ausfahrt am kommenden Samstag in die Schilchergegend.

WW



Johanna Haindl
Johanna Haindl
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Krissi
Krissi
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Siegi, Christian, Tommy
Siegi, Christian, Tommy
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