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Grazer Weltenbummler radelten durch Südostasien

Nach der Sommerpause setzten Valeska und Philipp ihre Weltumradelung in Peking fort. Eine böse Infektion, die Philipp sich einfing, und die Bürokratie erschwerten den Start. Was folgte, war eine 4.300-km-Schleife durch Südchina, Vietnam, Laos, Thailand bis Saigon.


Peking
Peking
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Viele große Mauern
Viele große Mauern
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Gastfreundschaft
Gastfreundschaft
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Während der Sommerpause wurden die von Radsport Kotnik zur Verfügung gestellten Fahrräder komplett überholt bzw. neu aufgebaut, sodass das Duo beim Stopp-over aus ihrer Heimat perfekte Gefährte auf den Flug ins Reich der Mitte mitnehmen konnte. Einige Tage widmeten sie dem Sightseeing, auch per Rad, in Peking.

Viele Autos, große Straßen, aber auch mit Radwegen - 50 km sind es, die das Grazer Radler-Paar zurücklegen muss, bis sie aus Peking draußen sind. Sie besuchen die Große Mauer bei Badaling. Am Abend packt Philipp das Fieber; die beiden beschließen, nach Peking zurückzukehren. Mit ärztlicher Hilfe und jener von Antibiotika kommt Philipp nach ein paar Tagen wieder auf die Beine.

Doch ob eines chinesischen Feiertages ist es danach schier unmöglich, aus der Mega-Metropole wegzukommen. So entschließen sich die beiden, mit dem Flugzeug nach Guilin in den Süden des Landes zu fliegen. Dort wiederum fordert die Bürokratie ihren Tribut - für die Verlängerung der Visa gehen sechs Tage drauf.

Durch Reis- und Zuckerfelder geht es nach Südwesten, durch bizarre Landschaften und laute Städte.


Nanning
Nanning
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Eindrucksvolle Silhouette
Eindrucksvolle Silhouette
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Vietnam
Vietnam
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Buntes Treiben in Hanoi
Buntes Treiben in Hanoi
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Erlebnis Hanoi
"Ja, China ist abwechslungsreich, wenn man über Land unterwegs ist", heiß es im Externe Verknüpfung 
Blog. Und trotz Verständigungsschwierigkeiten zwischen Langnasen und Mondgesichertern: "Wir haben es immer lustig."

Auch wenn die Zeit des Fahrrad als Hauptverkehrsmittel der Chinesen vorbei ist, noch immer spielt es eine große Rolle. "Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt, in dem man so relaxt in riesige Städte radelt wie in China - Radstrassen führen uns (und zigtausende Elektromopeds und Fahrräder) von der Peripherie bis in die Innenstadt. Faszinierend! "

Die Grenzabwicklung nach Vietnam erweist sich als unproblematisch. Chinesische Zurückhaltung existiert hier nicht. Es wird gewunken, von überall her schallt es "Hello! Hello!" und Schulkinder radeln mit uns mit und bringen ihre drei Sätze Englisch an. "Matratzen sind hier nicht mehr knochenschmerzend bretthart, sondern angenehm weich. Es gibt richtigen Kaffee, richtiges Brot und in der Hauptstadt richtigen vietnamesischen Emmentaler, der seinem namengebenden Schweizer Vorbild um nichts nachsteht. Herrlich! Nach einigen Wochen Nudeln mit Sojasauce, Knoblauchknollen und Gemüse in China keine schlechte Abwechslung."

Die letzten 40 Kilometer nach Hanoi nimmt der Verkehr - alles Mopeds - sukzessive zu, bleibt aber akzeptabel für die beiden - es macht ihnen Spaß, mit den motorisierten zweirädrigen Kollegen um jeden Zentimeter Straße zu kämpfen. "Vietnam ist ein Land in dem der Stärkere Vorrang hat. Der Trick besteht darin, nicht zu zeigen, dass man weiß, dass man der Schwächere ist. Hier schaut man nach vorne und nicht zurück. Das funktioniert ganz gut, trotzdem sollte man nie vergessen, dass in der Hack- und Rangordnung nur die Fußgänger unter einem stehen - die Armen." 

Hanoi hat Atmosphäre, sind Valeska und Philipp begeistert. "In Hanoi zu sein ist wie Eintauchen in ein Wespennest - so sehr wurrlt es hier."


Unterwegs in Laos
Unterwegs in Laos
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Bei Luang Prabang
Bei Luang Prabang
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Im Mekongdelta
Im Mekongdelta
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Bei Saigon
Bei Saigon
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X-Mas in Vietnam
X-Mas in Vietnam
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Laos, Kambodscha, Thailand und retour
Weiter geht die Reise durch den Nordwesten Vietnams. Valeskas Dreadlocks sind Attraktion Nummer eins: "Es gibt keine Scheu zur Nähe und ständig grapschen bis zu sechs Frauen an Valeskas Haarpracht herum. Anfangs lustig, doch langsam nervt es."

An der Grenze zu Laos heißt es warten und Bakschisch löhnen. Laos ist ärmer und um einiges gemütlicher als Vietnam: "Orte bestehen aus einfachen Holzbaracken, gekocht wird auf offenem Feuer und das Verkehrsaufkommen auf den Hauptstrassen ist beinahe null", heißt es im Online-Tagebuch. In Luang Prabang, Weltkulturerbe-Stadt am Mekong mit sanft touristischer Note, wird pausiert.

In Vang Vieng, dem Backpacker Partyort Nummer eins, lernen sie die Schattenseiten des Tourismus kennen. Noch schlimmer wird es, als sie die laotische Hauptstadt Vientiane, ein größeres Dorf, hinter sich lassen und nach Thailand in die Sextouristen-Ghettos kommen. Vom ursprünglichen Plan, die Asien-Etappe in Bankok zu beenden, haben die beiden wegen der lange andauernden Hochwassersituation aufgegeben.

Nun geht es über Kambodscha zurück nach Südvietnam. Eine andere, ärmliche Welt ohne Strom und fließend Wasser und mit staubigen Straßen empfängt sie, nach einem Zwischenstopp in Siem Reap mit den beeindruckenden Tempelruinen von Angkor Wat, radeln Valeska und Philipp durch die Hauptstadt Phnom Penh durch das Mekong-Delta nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon), wo sie Weihnachten verbringen. Wie genau, wissen sie nicht: "Bei gut 30°C hane wir Schwierigkeiten, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Wir werden mit unseren Familien ausführlich skypen und uns ein bisschen vom Winter erzählen lassen..." 

Das Resümee der Asien-Etappe: "Wir hatten eine wunderbar abwechslungsreiche Strecke: Berge, Hügel- und Flachland, von allem etwas. Die Freundlichkeit der Leute und die gute Infrastruktur (Hotels, Street-food überall) machen einem das Rad-Reisen in Asien wirklich einfach. Im Vergleich zu einigen anderen Etappen unserer Weltreise (z.B. Afrika) wirkte die Asienstrecke wie eine „Urlaubs-Radtour".

(ARGUS)