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Auch im Winter sattelfest

AlltagsradlerInnen sind auch tiefe Temperaturen, Eis und Schnee kein Hindernis, zumal diese in Graz ohnehin selten sind. Trotzdem - der Winter kommt bestimmt und daher sollten GanzjahresradlerInnen entsprechend gewappnet sein. Wie die Messstationen auf Grazer Radrouten zeigen, wird auch in den Wintermonaten ein DTV (durchschn. tägl. Verkehrsstärke) von 1.000.

Winterradlerin, Graz, Dez. 2009
Winterradlerin, Graz, Dez. 2009
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Vor allem auf gute Ausrüstung sollten RadlerInnen achten. Keinesfalls sollte man dem Irrtum verfallen, im Winter tue es ja auch ein altes, schlecht ausgestattetes Fahrrad, um das „schöne" Erst-Rad zu schonen.

Sehen und gesehen werden: Licht und Reflektoren

Weil es schon vor 17.00 Uhr finster wird und in der Früh spät hell, muss gerade jetzt auf eine funktionierende Lichtanlage und korrekte Reflektorenausstattung geschaut werden. Innovative Leuchtdioden-Beleuchtungssysteme und Standlichtfunktion im Vorder- und Rücklicht sind sehr zu empfehlen. Speziell im Winter-Alltag sind Nabendynamos von Vorteil, da sie ohne zusätzlichen Kraftaufwand zu betreiben und bei Nässe zuverlässiger sind (kein Durchrutschen). Im Gegensatz zu Batterie- oder Akkulichtern wird der Nabendynamo nicht leer und man kann ihn auch nicht zu Hause vergessen.

Zusätzlich vorgeschrieben und der Sicherheit vor allem in der dunklen Jahreszeit dienlich sind  Reflektoren: ein weißer vorne, ein roter hinten, pro Laufrad zwei gelbe in den Speichen sowie pro Pedal ebenfalls zwei gelbe. Statt der üblichen Kunststoffteile kann auch die im Handel erhältliche reflektierende Klebefolie verwendet werden.

Auch reflektierende Materialien an der Kleidung, etwa reflektierende oder aktiv leuchtende Hosenbeinraffer oder Warnwesten, erhöhen Sichtbarkeit und damit die Sicherheit.

Bereifung - Spikes oder "Unplattpar"

Bewährt haben sich auch die seit einigen Jahren von diversen Herstellern erhältlichen Externe Verknüpfung Spikereifen. Damit ist man bei überfrierender Nässe, Schnee oder Eis im Vorteil. Weil in der Wintersaison die Patschen-Gefahr generell höher ist, lohnt sich die Investition in „unplattbare" Bereifung.

Augenmerk auf Bremsen

Gut eingestellte und funktionierende Bremsen sind natürlich unabhängig von der Jahreszeit wichtig. Im Winter sollte man infolge erhöhter Materialbelastung wegen der stärkeren Verschmutzung und der  Einwirkung von Nässe und Salz immer ein Auge die Bremsen und die Wartung derselben haben. Auch ist der Verschleiß von Bremsbelägen in der Salz- und Staubsaison höher.

Wichtiger Winterdienst

Eine wichtige Voraussetzung für das Winterradeln ist ein guter Winterdienst. Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Graz sind dafür mit eigenen Räum- und Streufahrzeugen für Rad- und Fußwege gerüstet.

Der Einsatz von Splitt ist stark zurückgefahren worden, eigentlich sollte er nur noch selektiv auf Steilstücken zum Einsatz kommen, ansonsten wird auf Feuchtsalz zurückgegriffen.

Hotline für den Winterdienst in Graz Tel. 872-7211 od. -7213 rund um die Uhr besetzt; Portier: -7272. ARGUS Steiermark - Die Radlobby / Presseinformation Winterradeln, Seite 2

Weitere Tipps

 Auf frisch verschneiten Wegen kann man problemlos radeln. Trotzdem erfordern nasse und schneebedeckte Wege und schlechte Sicht (auch mit Spikes) erhöhte Aufmerksamkeit durch die Radelnden. Es ist wichtig, die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen, vorausschauend zu fahren, keine ruckartigen Lenkbewegungen auszuführen sowie frühzeitig und moderat zu bremsen.

 Vor allem muss man stets damit rechnen, dass gerade auf Nebenstraßen überfrierende Nässe trotz guter Räumung und Streuung die Wege stellenweise in Eisbahnen verwandeln kann.

Daher: Vorsichtig in die Kurve fahren! Dabei nicht treten oder bremsen! Bei glatter Fahrbahn jedenfalls möglichst ausrollen lassen.

 Um für alle Fälle rasch die Beine am Boden zu haben, sollte man im Winter auf Clickpedale verzichten.

 AutolenkerInnen haben sich ebenfalls an die Witterungsverhältnisse anzupassen. RadlerInnen sollten grundsätzlich nur an übersichtlichen Stellen und nur mit ausreichendem Abstand (mindestens 1,5 m) überholt werden.

 Öfter als im Sommer ein paar Tropfen Öl auf Kette und bewegliche Teile erleichtern die Fahrt.

 Das Kälte-Argument als Hinderungsgrund zieht nicht, wenn man sich richtig kleidet (Schifahren geht ja auch...). Auch wenn es beim Losfahren etwas ungemütlich sein kann, wird es unterwegs doch recht schnell warm. Nach dem bekannten „Zwiebelschalenprinzip" mit mehreren dünnen Schichten übereinander kann man die optimale Temperatur recht einfach einstellen.

Generell sollte auf atmungsaktive, wind- und wasserdichte Bekleidung geachtet werden.

Sichtbarer und damit sicherer radelt es sich selbstverständlich mit heller Kleidung. Wer besonders sicher unterwegs sein möchte, kann auch eine Warnweste überziehen, die mittlerweile überall sehr günstig erhältlich sind. Für einen wohl temperierten Kopf gibt es bekanntlich Hauben und Stirnbänder. Besonders vorteilhaft erweisen sich auch „Buffs", dünne, schlauchförmige Tücher aus Trikotstoff, die in verschiedenen Variationen getragen werden können, somit Kopf und Hals schützen und auch unter den Helm passen. Noch ein paar Handschuhe angezogen, und los geht's!

(ARGUS/ HS)