Radfahrtraining an Grazer Volksschulen wackelt: Denn nach der Uniqua stellt auch das Land Steiermark die Förderung ein.
Seit knapp 18 Jahren werden Grazer Volksschüler auch auf den Ernst des Verkehrslebens vorbereitet. Dass dieses Radtraining nun gehörig ins Schleudern gerät, hat nichts mit mangelhaften Fahrkünsten zu tun - sondern mit fehlendem Geld.
Denn die „Forschungsgesellschaft Mobilität" (FGM), die jährlich für 1800 Kinder diese Vorbereitung auf die Radfahrprüfung organisiert, kämpft mit Absagen: Bereits im Vorjahr stellte die Uniqua-Versicherung ihre Unterstützung ein. Nun winkt auch das Land Steiermark ab - dem Vernehmen nach sind mindestens 600 Kinder betroffen.
Dass Grazer Schüler in allen vierten Klassen ihre Übungsrunden drehen können, ließ sich die Stadt Graz 38.000 Euro im Jahr kosten. Die beiden Versicherungen AUVA und Uniqua legten noch 3000 und 5000 Euro dazu.
Im Vorjahr sagte dann die Uniqua ab. „Wir versuchen Schwerpunkte zu setzen und dadurch kann es vorkommen, dass erfolgreiche Partnerschaften nicht mehr weitergeführt werden können", heißt es.
Damit nicht genug: Nun bestätigt man auch im Büro von Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (FP), dass die Förderung über immerhin 18.000 Euro eingestellt wird: „Ja, leider." Man verweist auf das Sparpaket des Landes, „unser Verkehrssicherheitstopf wurde kleiner, wir müssen Prioritäten setzen".
Die Grazer Verkehrsreferentin Lisa Rücker (Grüne) ist empört: „Kurzmann finanziert Gratis-Autobahnvignetten und streicht gleichzeitig für über 600 Kinder das Radfahrtraining. Das ist unverantwortlich, die Kinder gehen unvorbereitet zur Radprüfung."
Seitens der Organisatoren der FGM gibt es keinen Kommentar, man wolle „offizielle Gespräche" abwarten. MICHAEL SARIA
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