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Snowbiker spurten auf den Hügeln im Nordwesten

Es schneit und ist saukalt, na und? Dank Horst gab am 11.02. wieder ein Snow Bike Ride. Vier Winterradler - leider keine -innen - nahmen die Hügel im Grazer Nordwesten in Angriff.



Wintermärchen
Wintermärchen
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Bergauf gehts!
Bergauf gehts!
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Der Schnee war - verglichen mit der Ausfahrt von 2010 - weniger tief, die Bedingungen waren ausgesprochen angenehm, man konnte fast von einem "Spaziergang" sprechen. Horst, der Initiator und ich, die wir vor zwei Jahren dabei waren, erinnerten uns, als wir auf ziemlich gleicher Strecke im grundlosen Batz ziemlich abgesoffen sind. Horst hatte seine Ausschreibung von Externe Verknüpfung Route und Wetter her perfekt getimt, wir bekamen den Schnee auch von oben, er hatte also an alles gedacht. Dafür war es deutlich kälter, so um die minus 7 Grad Celsius.

Vielleicht trafen wir uns diesmal deshalb sehr, sehr pünktlich vor dem Eggenberger Schloss, niemand wollte allzu lange Löcher in den Schnee trampeln. Die Begrüßungsformalitäten waren kurz, wir Alt-Snowbiker und die beiden neuen, Martin und Hannes, brauchten Bewegung. Die bekamen wir beim Anstieg auf dem schon bekannten Forstweg Richtung "Herrgott auf der Wies" ausreichend - die Schwierigkeit war eher, den Mittelweg zwischen sparsam bekleidetem Frieren und witterungsbedingtem Angepelztbleiben zu finden. Denn eine kalte Abfahrt wartete ja gleich nach dem Sattel.

Wir gingen es gemütlich an. Plaudernd radelten wir durch relativ seichten Schnee, der durch die Kälte auch noch herrlich griffig geblieben war, nebeneinander her, auch die steileren Stücke konnten die Unterhaltungen nicht bremsen. Auch hinunter zur Thalstraße war genug Zeit dafür, und auch für kleine akrobatische Einlagen. Manche hätten diese als Stürze bezeichnet, aber es war ja nichts dabei geschehen, also: akrobatische Einlagen.


Snowbiker-Quartett
Snowbiker-Quartett
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... und wieder bergab
... und wieder bergab
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"Zielsprint" nach Gösting
"Zielsprint" nach Gösting
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Ein bisschen Akrobatik und ein paar Schlenkerer
Auch der Radweg im Tal war nett zu fahren. Beim Fuchsloch bogen wir links auf den nächsten Forstweg ab und stiegen Richtung Ruine Gösting an. Wieder traten wir gemütlich, soweit eben Bergaufradeln im Schnee auf groben Forststraßen gemütlich ist. 

Beim Tratschen blieben Aha-Effekte nicht aus. Zwei von uns (Hannes und ich, Anm.) kamen drauf, dass sie sich uns schon ziemlich lange über ein Radforum für Tourenradler kennen. Jetzt haben wir uns erstmals persönlich getroffen, obwohl wir in derselben Stadt leben.  Und manche (das heißt ich, Anm.) schoben an einzelnen steileren Stellen auch einmal, die weg spritzenden Steine unterm Hinterrad im bremsenden Schnee waren einfach zu mühsam. Wäre es mir nicht egal, könnte ich alles auf mein lädiertes Knie schieben, so geb ichs aber zu: Ich war einfach zu bequem.

Horst wäre nicht Horst, wenn er nicht auch noch das eine oder andere Schmankerl bzw. Schlenkerer in petto gehabt hätte. So lockte er uns, da die Bedingungen so schön waren, gleich auf eine Runde um den Frauenkogel, zusätzlich zum normalen Programm. Bei diesem Anstieg wunderte ich mich über Hannes´ Energieanfall in einer Kurve, der ihn dazu brachte, zuerst sein Radl in den Schnee zu werfen, um mit seinen so befreiten Händen diverse Äste durch die Gegend zu schleudern. Er war aber nicht übergeschnappt, er hatte nur die schöne Steilkurve für die sportliche Abfahrt geräumt.

Außer Horst hatte schon länger niemand mehr einen genauen Begriff, wo wir uns herumtrieben. Was ja auch ziemlich egal war. Erstens waren wir ja nicht weit aus der Zivilisation, obwohl von dieser kaum mehr etwas zu sehen war, und zweitens kann man von dort eigentlich überall irgendwie hinunter finden, notfalls als Waldschrat mit einer längeren oder kürzeren Variante durchs Gemüse.

Die Abgeschiedenheit dieses Fleckerls war ja auch der Hauptgrund für Horsts Abstecher. Soviel Natur so nah an der Stadt findet sich nicht leicht! Hannes und Martin nahmen die Abfahrt flott und elegant, Horst versuchte es, und ich rollte pragmatisch auf der relativ ebenen Fahrbahn nach. Wer zusammen unterwegs ist, muss ja nicht das Gleiche tun.

Kurz vor der Ruine bogen wir auf die kurzweilige Abfahrt in die Raach - der nächste Schlenkerer - ab: Unsere beiden Youngsters natürlich auch am steilen Wanderweg abfahrend, Horst schon leicht vorsichtiger und ich schiebend. Horsts Radl ist auch nicht gar so für Steilabfahrten geeignet und meine Bandscheiben nicht für eventuelle Stürze. Viel länger brauchten wir beiden Familienväter übrigens auch nicht.

Nach dieser Sonderprüfung fuhren wir wieder alle vier gemeinsam und konnten schon während der Abfahrt feststellen, wie stark Schnee bei langen Abfahrten die Bremsbeläge herunter raffelt. Martin konnte uns nachher erklären, wie man diesen übermäßigen Verbrauch verhindert: Es genügt, die Bremsbacken auf solchen langen, steilen Abfahrten zwischendurch von Schnee und Eis zu befreien. Wieder im Tal am Rand der Raach mussten wir Hannes aufklären, wo er war: Direkt am Murradweg. Da radelt er durch Russland, Japan und Kasachstan, und durch wer weiß durch wie viele exotische Länder sonst noch, aber den Murradweg hinter seiner Haustüre kennt er nicht. Na gut, ich bin der letzte, der sich aufregen kann, habe ich einen Hausberg meiner Kindheit auch erst bestiegen, als ich selbst schon einen Haufen Kinder hatte. - Es kann also niemand sagen, dass Snow Bike Riding nicht bildet.

Der Murradweg nach Gösting war schnell hinter uns gebracht, der Schnee kein Problem mehr und die Steigungen nicht der Rede wert. So hatten wir noch Zeit, uns nach 3 1/2 Stunden, 23,5 km und 900 Hm im Cafe zu wärmen, zu plauschen und festzustellen: "Schön wars! Diese Geschichte will eine Fortsetzung!"

GEORG FABER

Technisches P.S.: Winterreifen sind gute Investition!
Diesmal waren wir relativ uniform unterwegs, mit vier ziemlich bejahrten Alltagsrädern. Zwei davon waren richtige Mountainbikes, das dritte ein schon lange museumsreifes ebensolches (das war natürlich meines, Anm.) und Horsts Radl sprengte als Eigenumbau alle üblichen Spezifikationen. Zwei der Räder hatten Winterreifen, die anderen breite Sommerpatscherln. Waren beim letzten Ausritt (2010) im feuchten Tiefschnee die Winterreifen klar im Vorteil, haben sich diesmal im griffigen kalten Schnee auch die Sommerreifen gut geschlagen. Und bitte nicht vergessen: Dass diesmal die breiten Sommerreifen kaum Nachteile aufwiesen, lag v.a. am sehr kalten und daher griffigen Schnee. Nur wenige Grade näher dem Taupunkt oder eine schmierige Fahrbahn, und die Sommerreifen rutschen wieder, dass es eine Freude ist. Winterreifen sind auch bei Rädern eine gute Investition in die Sicherheit!