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Wachau: Genuss-Tour am Filetstück der Donau

Sie gilt als das Filetstück des Donau-Radweges: Die Wachau. Eine ARGUS Steiermark-Gruppe genoss hier im Juni 2012 knapp vier Tage auf Tour Wein und Marillen, Burgen und Heurige.


Im Hof des Stifts Melk
Im Hof des Stifts Melk
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Pavillion mit Rosengarten
Pavillion mit Rosengarten
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Willendorfer Weiber
Willendorfer Weiber
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Ruine Aggstein
Ruine Aggstein
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Schwer hing der Nebel zwischen den Terrassen, ab und zu störte ein Schauer die Radleridylle. Aber, wenn man Zeit hat und nicht gerade Dauerregen herrscht, kommen einigermaßen erfahrene TourenradlerInnen auch mit wechselhaftem Wetter zurecht. Apropos Tourenradeln: In summa sind wir in der Kilometerleistung knapp dreistellig geworden, verteilt auf vier Tage kann da eher von Spritztouren die Rede sein in der nur 45 km langen Externe Verknüpfung Wachau. Spritztouren von Spitz aus, wo die Wachau erfahrenen Maria und Walter unser Quartier im Externe Verknüpfung Weingut Özelt gecheckt hatten. Direkt am Kirchplatz gelegen, hat man hier alles unter einem Dach: passable Unterkunft, Heurigenterrasse mit Donaublick, Weinkeller, lustiges Personal, z. T. mit Faible für Freunde der Blasmusik.

Unsere zehnköpfige Gruppe reiste von Graz mit dem Zug an. Keine leichte logistische Aufgabe, aber mit drei Mal umsteigen und Abfahrt zu nachtschlafener Zeit (EC218 ex 05.44 Uhr) machbar. Als erste Station stand Melk am Programm, wo uns das Stift mit seinem barocken Pomp und schönen, um Fronleichnam von Rosen dominierten Gärten empfing. Das Cafe im Pavillon hatte es uns atmosphärisch so angetan, dass wir gleich zweimal einkehrten.

Damit und mit den rund 15 km nach Spitz war das erste Tagesprogramm auch schon absolviert, sieht man von einem kurzen Zwischenstopp in Willendorf bei der Ausgrabungsstätte der Externe Verknüpfung Venus und dem abendlichen Heurigenbesuch bei unserem Gastgeber in Spitz ab. Der zweite Tag führte uns in luftige Höhen: Beim Anrollen von Melk und Schönbühel her hatten wir die auf einem Felsen mächtig über der Donau thronende Externe Verknüpfung Burgruine Aggstein schon erspäht, nun querten wir auf der Rollfähre in Spitz den Fluss und fuhren ein kleines Stück retour und ein anstrengendes Stück - 300 Hm mit rund 20 Prozent - hinauf. Die Mehrheit griff auf Schusters Rappen zurück, ersparte sich einerseits die Plackerei und brachte sich dadurch andererseits um eine rasante Abfahrt.         


Kartause Aggsbach
Kartause Aggsbach
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Schmiedehammer
Schmiedehammer
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Drei Damen im Regen
Drei Damen im Regen
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Von Aggstein nach Aggsbach: Burg und Kartause
Die Mühen des Aufstiegs lohnen sich: Die Burgruine ist so für eine touristische Nutzung adaptiert worden, dass man tatsächlich einen guten Eindruck bekommt, wie es im Mittelalter gewesen sein könnte, ohne zu plakative Inszenierung. Und wieder, wie fast allgegenwärtig in der Wachau, spielt auch hier die Kulinarik eine nicht unwichtige Rolle.   

Wieder unten an der Donau, fuhren wir wenige Kilometer stromaufwärts in ein Seitental, in dem die Externe Verknüpfung 
Kartause Aggsbach liegt. Hier befindet man sich abseits des großen Touristenstroms. Das von Josef II. aufgehobene Karthäuser-Refugium hat schon bessere Tage gesehen, die früher zum Kloster gehörende Hammerschmiede auch, doch wird hier bei einer kompetenten Führung eine traditionsreiche Zunft, die mit Wasser, Feuer und Eisen arbeitete, wieder lebendig. Hier lernt man auch, woher die Redewendung "auf den Hammer gehen" herkommt. 

Für das abendliche Mahl bevorzugten wir diesmal gutbürgerliche Küche, die wir im Gasthaus "Goldenes Schiff" in Spitz auch zur allgemeinen Zufriedenheit fanden.


Dürnstein
Dürnstein
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Schiebepartie
Schiebepartie
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Radfähre Dürnstein
Radfähre Dürnstein
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Auf den Spuren von Richard, Blondel & Co.
Tag drei war Richard Löwenherz und Dürnstein gewidmet. Schon die Anfahrt über St. Michael und Weißenkirchen, wo wir uns im Cafe Elisabeth mit süßen Köstlichkeiten verwöhnen ließen, auf Nebenstraßen durch Marillenhaine und Rebzeilen, zeigte uns trotz des Regengraus die schönsten Seiten der Wachau. Da fehlten nur noch die reifen Marillen, aber die Kirschen, die in Selbstbedienung in Joching am Straßenrand angeboten wurden, waren auch köstlich. 

Dürnstein selbst präsentiert sich legenden- und touristenüberfrachtet. Der Donau-Radweg führt durch den Ort, RadlerInnen sollen schieben, viel mehr ist bei Pflaster und Menschenmassen ohnedies nicht möglich. Störend sind da die sich immer wieder durchzwängenden Autos, vielfach Touris, denen einige Fußmeter zum Quartier offenbar nicht zumutbar sind. Aber auch die einheimischen AutolenkerInnen empfinden die mitunter leicht chaotischen Radlergruppen nicht nur in den engen Gassen von Dürnstein als Belästigung, wie man aus ihrem Fahr- und Hupverhalten schließen muss.

Verlässt man die Souvenirshop-Meile und steigt zur Burgruine hinauf, wo auf Hinweistafeln -zigmal festes Schuhwerk angeraten wird (das dann auch bei Regen die Wenigsten auch wirklich anhaben), wird der Strom der Touris merklich dünner. Auch wenn man nicht so auf Richard, Blondel & Co. steht - der Blick hinunter ins Herz der Wachau lohnt den Aufstieg, der hier wirklich per pedes erfolgen muss, allemal. 

     


Weiß- und Schwarzbäckerei in Spitz
Weiß- und Schwarzbäckerei in Spitz
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Patschenpicken
Patschenpicken
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Gruppe im Nebel
Gruppe im Nebel
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Wetterpech, Radpanne, aber keine Pleite
Am dritten Abend spaltete die beginnende Fußball-EM die Gruppe in Public Viewer und Spaziergänger. Die Abreise am Morgen danach verzögerte sich durch eine Reifenpanne und die dadurch erforderliche Patschenpick-Aktion, was uns dafür vor einem ordenlichen Regenguss auf offener Strecke bewahrte. Wieder wechselten wir das Ufer - einiges vom Reisebudget haben wir in die Fährwirtschaft investiert -, um auf der rechten Seite gemütlich wie während der gesamten Partie mit 13, 14 km/h Schnitt durch die faszinierende Landschaft zu pedalen. Vorbei am Radfahrerkirchlein von St. Katharina (ein netter Marketinggag mit kaum mehr als einer Hinweistafel als Aufwand) und mit Blick auf Stift Göttweig steuerten wir über Mautern unserem Ziel zu. Hier wechselten wir auf der Ende des 19. Jahrhunderts errichteten und im 2. Weltkrieg beschädigten Stahlfachwerkbrücke die Seite und gelangten über Stein nach Krems.

Zum Ausklang nutzten einige das Ausstellungsangebot in Kunsthalle und Karikaturenmuseum, andere zogen einen Kaffee oder Snack vor, ehe in einer finalen kollektiven Schleife am Externe Verknüpfung 
Simandlbrunnen ein letztes Gruppenbild geschossen und der Weg zum Bahnhof angetreten wurde. Über Wien und unter Nutzung der U6 von Spittelau nach Meidling ging es dann retour, wobei sich die für Fahrräder in Fernzügen obligate Reservierung im überfüllten EC159 "Croatia" bezahlt machte.

WW 

Fotogalerie        

Abschlussfoto am Simandlbrunnen in Krems
Abschlussfoto am Simandlbrunnen in Krems
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