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Binder & Krieglstein setzen wieder aufs Fahrrad

Der Grazer Musiker Rainer Binder-Krieglstein widmet auf seinem neuen Album wieder einen hitverdächtigen Song dem Radfahren - und bekennt sich zum Fahrrad als Verkehrsmittel.


Rainer Binder-Krieglstein
Rainer Binder-Krieglstein
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RBK & Makki
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"Jungsz" heißt der Titel auf dem neuen Album "Jugend" und beschreibt die coole urbane Bike-Szene, die mit ihren schnellen Rädern die Autos schachmatt setzen. Damit führt er das im Vorgängeralbum "Weird Austria" (2010) angestoßene Thema weiter, setzt aber, anders als bei "Fahrradlied", das als Kinderlied im Ethno-Look daherkam, auf elektronische Beats mit Bläsersätzen. Das im Mai auf Youtube gestellte Externe Verknüpfung Video feat. Dominik Raab hatte bei Veröffentlichung des Albums in der zweiten Septemberwoche bereits an die 8.000 Klicks. 

Die Frage, warum ihm das Thema wichtig ist, beantwortete er im Interview mit der "Kleine Zeitung" (16.09.2012) so: "Graz hat eine starke Feinstaubbelastung und die richtige Größe für eine Fahrradstadt, warum schmeißt man nicht die Autos hinaus und setzt auf das richtige Verkehrsmittel? Wenn die Politik nicht handelt, schreiben wir halt ein Loblied auf das urbane Radfahren."

"Strahlende HeldInnen der Straße"
Auch in einem VCÖ-Interview gab Rainer Binder-Krieglstein ein Bekenntnis zum Radfahren ab und äußerte sich verkehrspolitisch sehr deutlich: 

"Radfahren - das ist mein Thema, ein ausgesprochen politisches übrigens. Ich lebe hauptsächlich in Graz. Den Verkehr bei uns, den empfinde ich als Schildbürgerstreich. Die Stadt stinkt und die Luft ist wegen des Feinstaubs gesundheitsschädlich. Der Individualverkehr mit dem Auto muss die Ausnahme, Gehen, Radfahren und öffentliche Verkehrsmittel benutzen der Normalzustand werden. Das muss schleunigst in die Köpfe der Politikerinnen und Politiker. Die Radfahrenden sind die strahlenden Heldinnen und Helden der Straße - derzeit werden sie gerade geduldet im Stadtverkehr und oft beschimpft.

Ich persönlich fahre sowieso nur mit dem Rad, auch weite Strecken, auch bei Regen oder im Winter. Wenn ich etwas transportieren muss, habe ich großartige Fahrradtaschen, wo ich alles unterbringen kann, auch meine Musikinstrumente.

Musikalisch ist es mein Hauptanliegen, das Image des Radfahrens zu verbessern. Mein erstes Fahrradlied sollte zuerst ein Kinderlied werden, dafür hab ich gemeinsam mit meiner Tochter - die war damals zehn Jahre alt - Verschiedenes ausprobiert. Die Leute aus der Fahrradszene haben das prompt eher uncool gefunden, auf Youtube hat es aber unglaublich viele Klicks. Inzwischen hat sich die Einstellung zum Radfahren generell verändert, es ist schick geworden, gehört zum Lifestyle, verschiedene Szenen haben sich herausgebildet. Das ist ohnehin das Beste, was passieren konnte.

Auf meiner neuen CD gibt es ein Fahrradlied, das diese Entwicklung aufgreift, von der Musik her eher elektronisch, cooler und urbaner. Eigentlich sollte ich auf jeder CD ein Fahrradlied machen, denn das Radfahren ist die vernünftigste Fortbewegungsart."


(ARGUS)
Rainer, der Radler
Rainer, der Radler
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