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ARGUS-Check: Immer mehr geht ein Licht auf

Seit 2006 findet die Sicherheitsaktion "Licht + Technik" der ARGUS Steiermark statt, jedenfalls im Herbst, meist auch im Frühjahr, immer mit Bicycle und der Polizei, nunmehr finanziert von der Stadt Graz, Verkehrsplanung. Erstmals war in diesem Herbst auch eine im Schnitt bessere Ausrüstung festzustellen.


Danke, Siegi ...
Danke, Siegi ...
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Start vor klassischer Kulisse
Start vor klassischer Kulisse
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Gert Lyon
Gert Lyon
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Eindrücke eines Neulings
Als alter Radler und Sympathisant von ARGUS und habe diesmal als „Neuling"  an der „Licht + Technik Aktion", die wieder von ARGUS gemeinsam mit Bicycle und der Polizei durchgeführt wird, helfend teilgenommen.

Interessant scheint mir die Dynamik, die sich aus der Rollenverteilung ergibt: die Polizisten halten an, kontrollieren, verweisen auf eventuell vorhandene Fahrzeugmängel; die angehaltenen RadlerInnen sind verunsichert - was kommt als nächstes, werde ich bestraft, muß ich zahlen? ARGUS-Helfer übernehmen die Initiative, bieten Info, Rat und kleine Soforthilfen an, geleiten bei Bedarf zu den Profis von Bicycle,  die vor Ort ein Werkstatt-Zelt aufgebaut haben und keine Arbeitszeit, nur die Kosten von Ersatzteilen verrechnen.

Diese Arbeitsteilung „Bad Guys - Good Guys" bzw. Kontrolle versus Hilfe ist natürlich eine optimale Voraussetzung. Von den meisten werden die kostenlosen Reflektoren, rasch erledigbaren Klein-Reparaturen, Info-Folder und „Belohnungs"-Schokoriegel gerne angenommen. Und erstaunlich viele lassen sich auch auf ein Gespräch über Radfahren, Verkehrspolitik, Gott und die Welt etc. ein.

Mit hat es Spaß gemacht, und ich werde bei Bedarf gern wieder teilnehmen.    
 

Gert LYON


Mechanikerin am Werk
Mechanikerin am Werk
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Szenerie vor der Oper
Szenerie vor der Oper
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Fixie mit verdrillten Speichen
Fixie mit verdrillten Speichen
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Bekanntes Format, neue Besen
Wie es funktioniert, wissen mittlerweile schon einige hundert, wenn nicht tausende Grazer RadlerInnen: PolizeibeamtInnen halten die RadlerInnen an und machen eine Erstkontrolle von Licht und Ausrüstung. Die Ehrenamtlichen von ARGUS Steiermark informieren, montieren gratis fehlende Speichenreflektoren und ergänzen mit reflektierender Folie weiße Reflektoren vorne, rote hinten und gelbe Pedalreflektoren. Kleinere Reparaturen werden zu Materialkosten von den Bicycle-MechanikerInnen durchgeführt, die Arbeitszeit ist gratis. Vorbildlich ausgerüstete RadlerInnen bekommen zur Belohnung eine Zotter-Schoki.

Die mobile Bicycle-Werkstatt tourt heuer erstmals unter weiblicher Leitung. Helga hat die Einsätze besonders gut vorbereitet. Zelt, Werkzeug und Ausstattung sind jedesmal frühzeitig aufgebaut, die Radständer stehen auf Teppichen, jeder ist mit eigenen Set an Schmiermitteln ausgestattet, der Akku für die Zeltbeleuchtung ist geladen, die Kasse ebenfalls gut organisiert. Das Material ist vollständig, ordentlich und übersichtlich in einem Regal greifbar, achtlos weggelegtes Werkzeug gibt es bei ihr nicht.

Auch im ARGUS-Team gibt es Neuerungen. So ist Gert Lyon neu dazugestoßen, er war bei den ersten beiden Terminen vor der Oper und am Glacis dabei. (Siehe sein Erfahrungsbericht oben.)


Warten auf Check
Warten auf Check
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Getriebe am Glacis
Getriebe am Glacis
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Bad Guy - good Guy?
Bad Guy - good Guy?
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Am Lendplatz
Am Lendplatz
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Blumenfrau
Blumenfrau
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Neben der Routine eine nackte Tatsache
Die Abfolge der Standorte ist inzwischen Teil der Routine: Die Serie beginnt an der Oper und endet an der Bertha-von-Suttner-Brücke.

Trotz Temperaturen um Null Grad und eisigem Wind war die Frequenz an der Oper hoch. Die RadlerInnen waren recht gut ausgestattet, was schon mit der landläufigen Beobachtung korrespondiert, dass echte WinterradlerInnen ihr Fahrzeug in Schuss halten. Die Polizei hielt fleißig an, so dass ARGUS-Aktive und Werkstatt alle Hände voll zu tun hatten. Die zwei Stunden verliefen in geordneten Bahnen, "Lichtsünder" verhielten sich kooperativ und freuten sich über Unterstützung, mit einer Ausnahme: Ein Fixie-Fahrer war auch nach minutenlanger Diskussion nicht davon zu überzeugen, dass sein Rad nicht den StVO-Bestimmungen entspricht. Abgesehen von Mini-Lamperln stand das nackte Rad da, wie es der Rahmenbauer bzw. der Bastler schuf: Seinen starren Antrieb wollte er als „Rücktrittbremse" verkaufen, Speichenreflektoren passten nicht zwischen die verdrillten Speichen (und nach seinem persönlichen Geschmack zum Design) und Klebefolien wollte er nicht, weil der Chrom des Rahmens ohnedies ausreichend reflektiere. So holte er sich Luft und verschwand weiter unbehellingt ins Dunkel - dieses Mal. 

Tags darauf (30.10.) beim Standplatz Glacis/ Erzherzog-Johann-Allee in Uni-Nähe war die Dichte an Studierenden besonders groß. Auch hier war die Ausrüstungsdiszpilin merklich besser, und nicht nur die, anders als beim letzten Mal hielten sich auch alle ans Rotlicht an der Kreuzung daneben. Daneben gab es allerdings wieder einen kleinen Auffahrunfall, verursacht von einem offenbar abgelenkten Autofahrer. Immerhin war die Polizei war gleich zur Stelle, es gab aber nicht wirklich Grund zum einschreiten, es war auch kein Schaden erkennbar. Von der Aktion „Licht und Technik" profitierte auch ein Autofahrer mit dunklem Scheinwerfer, der von einem Uniformierten freundlich auf den Defekt hingewiesen wurde.

Inkognito dabei wie schon an der Oper: ein Fahrradpolizist, der aufgrund der kühlen Temperaturen in normaler Uniform und ohne Rad im Einsatz war.

Am Lendplatz war auch ARGUS-Mitglied und „BikeCityGuide" Daniel Kofler für ein Fotoshooting dabei. Erwartungsgemäß ging es schon vor dem offiziellen Start um 17.00 Uhr rund. Reparaturwillige strömten auch ohne Anhaltung zur mobilen Werkstatt von Bicycle. Insgesamt herrschte auch hier der Eindruck vor, dass diesmal auch an diesem Standort - der sonst unter Insidern als schwierig gilt - die Fahrräder relativ gut beisammen waren, wenn auch wieder einzelne besonders desolate Modelle auffielen. So war u.a. eine junge Frau mit Kinderanhänger, den sie aber nach eigenen Angaben nur für Lastentransporte verwendet, mit nur einer Bremse und unzureichender Beleuchtung unterwegs. 

Der Termin am Montag, 05.11., wurde wegen Dauerregens abgesagt, dafür wurde am Freitag, 09.11., noch ein weiterer bei der Oper angehängt.

HS/WW