Glacis-Zinzendf
 
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Illegale Markieraktion im Grazer Stadtpark

Kunstaktion oder Protest gegen die Sperre für RadfahrerInnen? Illegal aufgebrachte Markierungen öffneten quasi für wenige Stunden den Grazer Stadtpark.


Verbotene Einfahrt zur Robert Stolz-Allee
Verbotene Einfahrt zur Robert Stolz-Allee
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Nach einigen Stunden wieder weggepinselt
Nach einigen Stunden wieder weggepinselt
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Fahrradysmbole mit Pfeilen, die in den Stadtpark wiesen, erfreuten RadlerInnen und irritierten FußgängerInnen und Behörden. War die Öffnung des Stadtparks, an der die Grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker gescheitert war, etwa unter FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio gelungen? Mitnichten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine illegale Mal- bzw. Spühaktion, die am Wochenende 16./17.11. passiert sein dürfte. An mehreren Stellen, so den der Abzweigung Johann-Fischer-Allee in die (radverbotene) Robert-Stolz-Allee, in der Sauraugasse vor dem Forum Stadtpark und an der Einfahrt vom Glacis in die (radverbotene) Baden-Powell-Allee waren die weißen Pikogramme von Unbekannten angebracht worden.

Für die ältere Generation von RadlerInnen hat die Aktion etwas von einem Déjà-vu: 1980, als es praktisch noch keine Radwege gab, wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ein erster Radweg durch den Stadtpark gepinselt, um der Stadt bei ihrem zögerlichen Einstieg in die Radverkehrspolitik einen Schub zu verpassen. Damals wurden die Verantwortlichen erwischt; sie gingen nach einem Deal mit Radler-Patron Erich Edegger straffrei aus und werden seither als Helden der Radlerszene gefeiert.

Zu vermuten ist, dass auch diesmal der Aktion ein politisches Motiv zugrundeliegt; die "Kleine Zeitung" stellte einen Zusammenhang mit der Externe Verknüpfung "Occupy Stadtpark"-Bewegung her, die immer wieder gegen die "Verbotspolitik" der Stadt aufgetreten war. Ein Sprecher dieser Gruppe wies diesen Verdacht freilich zurück.

Auch wenn eine Markierung ohne verordneter Beschilderung gemäß StVO ohnedies nicht gültig ist, sorgte die Malaktion für Irritationen auch bei der Ordnungswache, wie die "Kleine Zeitung" berichtete: Sie stellte vorübergehend die Abmahnungen von StadtparkradlerInnen ein, weil auch "brave" RadlerInnen durch die Fälschungen auf die falsche Fährte und in verbotene Regionen gelockt worden sein konnten. Am 19.11. wurden dann die Piktogramme entfernt, besser gesagt schwarz überpinselt, und Recht und Ordnung wiederhergestellt.