Grazer Radfahrer Club
 
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Fahrräder in Öl und aus dem Lehrbuch

Aus einem Ärgernis wurde eine Quelle der Inspiration: Die Grazer Malerin Ingrid Knaus beschäftigte sich über Jahre mit der Ästhetik von Fahrrädern und schaffte es mit einem Werkstück in ein deutsches Lehrbuch.

Ihr Ölbild "Fahrrad mit rotem Sattel" ist über ein Externe Verknüpfung Galerienportal in ein deutsches Schulbuch geraten, wo es neben Werken von van Gogh, Monet und Degas die Fabulierkunst von SchülerInnen anregen soll. In der Postille "derGrazer" (Ausgabe 8.12.2013) wurde dieser Kunstexport aufgegriffen und die Grazer Malerin Externe Verknüpfung Ingrid Knaus vorgestellt. Dabei offenbarte die 55-Jährige u.a., dass das Öl-auf-Leinwand-Gemälde ein Werk aus einem ganzen Fahrrad-Zyklus ist. "Fahrräder waren für mich einst ein Ärgernis, wurden dann aber zur Inspiration", erklärte die Künstlerin.

Für die Radlobby ARGUS stellte die Künstlerin ihren Zyklus zu Ansicht samt Kommentierung zur Verfügung und beantwortete auch ein paar Fragen direkt und indirekt: 

Im "Grazer" wurde erwähnt, dass für Sie Fahrräder früher ein Ärgernis waren, dann aber zur Inspiration wurden. Könnten Sie das vielleicht näher ausführen - Ärgernis warum? Was inspiriert Sie nun an Rädern, und fahren Sie auch selbst? 

KNAUS: Das "Ärgernis", das zum ersten meiner Fahrradbilder führte, hatte gar nichts mit dem Straßenverkehr zu tun. Ich hab während meines Studiums in 3 WGs gewohnt, und in 2 davon haben meine Mitbewohner ihre Fahrräder in die Wohnung mitgebracht und im gemeinsamen Vorraum abgestellt. Weil die Debatten nur zu weiterem Ärger führten, hab ich irgendwann beschlossen, diese Fahrräder lieber als Vorlage für mein nächstes Bild zu verwenden.

Ihre Bilder zum Thema zeigen immer Fahrräder ohne RadfahrerInnen. Das deutet darauf hin, dass Sie an der Ästhetik des Gegenstands und weniger an jener der Darstellung der Kinästhetik bzw. der Bewegungseinheit Mensch-Maschine interessiert sind, oder? 

KNAUS: Ja, das trifft zu, ich bin eher an der Ästhetik des Gegenstandes interessiert.


Das Verhältnis zum Verkehrsmittel Fahrrad ist ja eher distanziert, wie sich aus dem Text zu "Neues Schloss für altes Fahrrad" erschließt.

KNAUSS: Für meine Mitbewohner in der Steyrergasse war es undenkbar, nicht einmal ein Fahrrad zu haben. Dass ich keines vermisste, glaubten sie mir einfach nicht und schenkten mir schließlich eines. Ich hatte zu wenig betont, dass ich in der Stadt Angst habe, mit dem Fahrrad zu fahren, vor allem traue ich mir nicht zu, den Straßenbahnschienen zu entkommen, wenn ich die Spur wechseln muss. An diesem gebrauchten Fahrrad war soweit alles in Ordnung, nur ein neuer Sattel hätte organisiert und montiert werden müssen. Bei trockenem Wetter ging es auch so, aber bei Regen quatschte das braune Wasser aus dem dreckigen Schaumgummi.

Zuallererst kaufte ich ein Fahrradschloss, eben dieses auf meinen Bildern. Meine zwei ersten Fahrten, die ich ihnen ins Kleinste beschreiben musste, hatte ich schon so mühsam gefunden, und ich schob es dann immer auf die Unsicherheit des Wetters, warum ich heute doch nicht das Rad nahm.
 

"Fahrrad mit rotem Sattel"
"Fahrrad mit rotem Sattel"
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"2 Fahrräder"
"2 Fahrräder"
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"Holpriges Fahrrad auf Blau"
"Holpriges Fahrrad auf Blau"
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"Fahrrad auf Rot"
"Fahrrad auf Rot"
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"Herrenloses Fahrrad"
"Herrenloses Fahrrad"
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"Besuch mich wieder"
"Besuch mich wieder"
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"Fahrrad vor bunter Fassade"
"Fahrrad vor bunter Fassade"
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"Grünes Fahrrad"
"Grünes Fahrrad"
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"Freihändig"
"Freihändig"
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"Neues Schloss für altes Fahrrad"
"Neues Schloss für altes Fahrrad"
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"Neues Schloss für altes Fahrrad II"
"Neues Schloss für altes Fahrrad II"
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"Neuerfindung des Rades"
"Neuerfindung des Rades"
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