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Up and down in Judenburg

Judenburg hat 10.000 Einwohner und liegt in einer Agglomeration im westlichen Aichfeld mit rund 30.000 Einwohnern. Gute Voraussetzungen für den Alltagsradverkehr, sollte man meinen. 


Start am Hauptplatz
Start am Hauptplatz
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Wenig frequentiert: Abstellanlage am Hauptplatz
Wenig frequentiert: Abstellanlage am Hauptplatz
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Problemstelle Hauptplatz - Burggasse - Weyergasse
Problemstelle Hauptplatz - Burggasse - Weyergasse
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Schiebestrecke in die Botanik
Schiebestrecke in die Botanik
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Vor der BHAK/ BHASCH
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"Prähistorischer Steinkreis" am Schwimmbad
"Prähistorischer Steinkreis" am Schwimmbad
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Experten beraten
Experten beraten
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Burggasse: mit Werbetafel zugestellter GRW
Burggasse: mit Werbetafel zugestellter GRW
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Kreisverkehr Murdorf: Wohin geht´s zum R2?
Kreisverkehr Murdorf: Wohin geht´s zum R2?
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Donnerstag, 10.30 Uhr. In den Radabstellbügeln am Hauptplatz steht ein einziges Fahrrad. Die (durchwegs) Herren, die nun mit Falt-, Werkberg- und anderen Rädern eintreffen, kommen zum "Rad-Check" zusammen. Es geht um die Radverkehrssituation in Judenburg, als Einlader fungierte Andreas Braun von der Bezirksbauleitung (BBL) Obersteiermark West, wobei das Format der örtlichen Befahrungen von Bernhard Krause aus der für Verkehr zuständigen Abteilung 16 beim Amt der Landesregierung koordiniert wird. Mit dabei außerdem: Stadt-Verwaltung und -Politik, Stadtmarketing, Naturfreunde, Radlobby.

Nach 30 Metern der erste Schwachpunkt: Der R2, Murradweg, der seit Kurzem durchs Zentrum führt, schwindelt sich weder StVO-konform noch verkehrssicher über die Wickenburggasse in die Weyergasse. Es wird dabattiert, ob man mit Ummarkierungen das Auslangen findet. Unten am Weyerplatz stossen sich einige einem missverständlichen Umkehrschleifen-Schild. Ferdinand Sandner, beim Land zuständig für Beschilderung und Förderungen, sagt eine Nachbearbeitung zu.

"Erlebnis" Radparken und Auto-Dominanz
Am Gehag geht´s in die Botanik: Dieser lauschige Wanderweg ist für RadlerInnen zwar geöffnet, aber nur mit MTB zumutbar. Vor allem am steilen Beginn würde sich ein Stück Asphalt statt des losen Schotters gut machen. Nach dem Wäldchen bieten die "Radabstellanlagen" vor dem Erlebnisbad ein Erlebnis der traurigen Art: Die Betonsteine mit Vertiefungen für die Felgen scheinen eher zur behelfsmäßigen Verkehrsorganisation da zu sein. Nur wenig erquicklicher ist die Parksituation vor den Schulen in der Konrad-Lorenz-Straße und in Murdorf: Keine brauchbaren Abstellanlagen, die fast bis gar nicht genutzt werden.

Zwischendurch erfreuen einige geöffnete Einbahnen das Radlerherz, eine überfahrbare Busbucht blitzt heraus, insgesamt dominiert aber die Ausrichtung auf die Bedüfnisse des fließenden und ruhenden Autoverkehrs. Wieder oben auf der Stadtkrone wird die West-Ost-Hauptachse Burggasse (= B77, Gaberlstraße) in Augenschein genommen. Dabei handelt es sich um eine stark Kfz-frequentierte Ortsdurchfahrt des Westastes der B77 Gaberlstraße, die vom Schnellstraßenknoten Judenburg-West Richtung Weisskirchen und weiter übers Gaberl nach Köflach führt. Hier werden RadlerInnen weitgehend mit einem Einrichtungsradweg, getrennt von bzw. gemischt mit FußgängerInnen bedient. Die öfters angebrachte Zusatztafel "Schnee und Eisglätte" sei zwar rechtlich irrelevant, wie uns BBL-Referatsleiter Braun versicherte, zeugt aber rein klimatisch nicht gerade von großer Wertschätzung gegenüber den Ganzjahres-RadlerInnen. Richtung Westausfahrt muss über eine Druckknopfampel auf die Südseite gewechselt werden (wo es dann auf Nebenstraßen nach Rothenthurm geht), auf der anderen Seite bleibt Frequenzerzeuger Mc Donald´s ohne Anschluss "außen vor".

Extra Höhenmeter
Zurück zum R2, Murradweg: Die wohl bedeutendste Errungenschaft in Sachen Radverkehr, die die Stadt, speziell Wirtschafts und Tourismus erzielen konnte, ist die Umlegung des Murradweges durch den Ort. Das ist zwar für Kulturinteressierte und EinkäuferInnen durchaus reizvoll, bedeutet aber ziemliche Extra-Höhenmeter und viel Umweg für jene, die Judenburg links liegen lassen möchten. Dass man für die alte, direkte Route über den Bahnhof nicht einmal einen Wegweiser übrig hatte, ist schade und kann auch nicht damit begründet werden, dass man seitens des Landes von den Varianten-Beschilderungen abgehen will. 

Von der Südostseite nehmen Einheimische statt des R2 durch die steile Purbachgasse häufig die flachere, aber radweglose Rampe der Gaberlsstraße (hier: Weißkirchnerstraße - Wickenburgstraße). Mit dem demnächst anstehenden Neubau der Brücke soll in diesem Bereich das Angebot für RadlerInnen verbessert werden.   

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass beim Alltagsradeln in Judenburg - im Unterschied etwa zum benachbarten Knittelfeld - sehr viel Luft nach oben ist, was wohl auch im Höhenunterschied zwischen Ober- und Unterstadt begründet liegt. Insofern wäre gerade hier in eine Radverkehrsstrategie, die eine gezielte Förderung von Pedelecs einschließt, überlegenswert. So und mit einem Mix aus Infrastruktur- und Public Awareness-Maßnahmen könnte einiges an Potenzial mobilisiert werden, das sich aus der kompakten Siedlungssituation im (westlichen) Aichfeld mit u.a. den 5 bis knapp 10 km entfernten Städten Fohnsdorf und Zeltweg ergibt.

WW



Landes-Radexperten Krause und Sandner mit H. Mitteregger vor dem Stadtturm
Landes-Radexperten Krause und Sandner mit H. Mitteregger vor dem Stadtturm
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GRW nur in der warmen Saison
GRW nur in der warmen Saison
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"Argonaut" Stephan prüft
"Argonaut" Stephan prüft
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Nicht notwendige Schiebestrecke
Nicht notwendige Schiebestrecke
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Gutes Beispiel: Überfahrt Haltestellenbucht
Gutes Beispiel: Überfahrt Haltestellenbucht
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Blick auf St. Magdalena in der Murvorstadt
Blick auf St. Magdalena in der Murvorstadt
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