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Schulen geben in Leibnitz Takt vor

Der Radverkehr soll in Leibnitz über die Schulen in Schwung gebracht werden. Laut Erhebung sind im Sommer jetzt schon über 20 % per Rad in die Schule unterwegs. 2015 soll bei BIKEline angedockt werden.

Leibnitz, Hauptplatz
Leibnitz, Hauptplatz
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Nach einem Radcheck 2013, aus dem noch keine wesentlichen Umsetzungen resultierten, hat die Landentwicklung in der Person von Astrid Holler sowie Bernhard Krause von der Verkehrsabteilung des Landes gemeinsam den beiden neuen Mittelschulen (NMS1 und NMS2) das Heft in die Hand genommen: An den beiden Schulen wurden Befragungen zum Mobilitätsverhalten durchgeführt, 431 von 550 ausgegebenen Fragebögen kamen ausgefüllt zurück.

Das Ergebnis erbrachte an beiden Schulen einen RadlerInnen-Anteil von über 20 Prozent (im Sommer), das am stärksten benutzte Verkehrsmittel waren jeweils Öffis mit rund 40 Prozent. Die Vermutung, dass der Radanteil zu optimistisch ausgefallen ist und sich die 21 bzw. 22 Prozent zum Teil aus "erwünschten Antworten" erklären, konnte bei einer Steuerungsgruppensitzung unter Bürgermeister Helmut Leitenberger unter Beteiligung der Baubezirksleitung, der städtischen Fachleute, Schul- und Elternvertreter und der ARGUS - nicht ganz ausgeräumt werden. NMS2-Direktor Ronald Liebergesell - selbst seit 30 Jahren Alltagsradler - relativierte aus eigener Beobachtung, dass die hohe Radlerfrequenz schon stimmen dürfte, sich auf wenige Monate im Frühling bzw. Spätsommer bezögen. Andererseits ergab die Gegencheck-Frage nach der Fahrradnutzung generell eine Quote von 17 bzw. 20 % täglich oder mehrmals in der Woche.

Erhoben wurde auch die Entfernung der Wohnadresse zur Schule - rund 60 Prozent wohnen max. fünf km weit weg. An Gründen, warum man nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahre, wurden genannt: "Weil niemand mit mir gemeinsam fährt" (39 %), "zu weit" (23 %), "keine Radwege vorhaben" (22 %) und "zu gefährlich" (11 %). Dieses Ergebnis hat wohl dazu beigetragen, dass man sich nun ins Projekt Externe Verknüpfung BIKEline andocken will, wo es ja um das gemeinsam Radeln in die Schule anhand von ausgewählten Routen mit Wettbewerbscharakter geht.

Erste Vorarbeiten in diese Richtung wurden schon im September im Rahmen einer Befahrung gemacht, im November soll die Routenkonzeption finalisiert werden, sodass einer Teilnahme am Projekt BIKEline2015 nicht mehr im Wege stehen sollte.

Interessant ist auch, dass jene Gruppe, die mit dem auto gebracht wird, doch deutlich unter einem Drittel liegt, d.h. eine sehr große Mehrheit im Umweltverbund unterwegs ist. Diese klaren Verhältnisse sollten Politik und Straßenbehörde doch behilflich sein bei der Zurückdrängung des gefährlichen Zubringerverkehrs in unmittelbarer Schulnähe. Ein mutigeres Vorgehen nach dem Vorbild der Wagnastraße, die vor der Schule temporär mit Fahrverbot belegt ist, sollte auch an anderen Schuldstandorten möglich sein.

Dass es bei der Fahrradnutzung Luft nach oben gibt, zeigt zum einen die Präferenzfrage "Mit welchen Verkehrsmittel bist/ wärst du am liebsten unterwegs?", wo Fahrrad und Auto mit knapp einem Drittel ziemlich gleich auf lagen und zum anderen die Wunschfrage "Für welche Gruppe sollten am ehesten Verbesserungen geschaffen werden?", wo die Radfahrerinnen und Radfahrer mit fast 40 Prozent ganz klar vorne lagen.

(ARGUS/WW)



Wie hier in Traiskirchen wird hoffentlich auch von Leibnitzer SchülerInnen gejubelt
Wie hier in Traiskirchen wird hoffentlich auch von Leibnitzer SchülerInnen gejubelt
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