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Rechtsfahrgebot gilt für alle

Fragen an Ombudsmann Peter Filzwieser
Oft fahren Radfahrer in einspurigen Einbahnstraßen in der Fahrbahnmitte, um Autofahrer am Überholen zu hindern. Wie viel Sicherheitsabstand muss ein Radfahrer zu rechts parkenden Autos einhalten?

ANTWORT: Autofahrer und Radfahrer sollten sich nicht als Konkurrenten, sondern als Ergänzung wahrnehmen. Der Wechsel zwischen vier und zwei Rädern sollte „situationselastisch" sein.

Zur konkreten Frage erklären die Experten vom D.A.S.-Rechtsschutz: Laut Straßenverkehrsordnung gilt für jeden Fahrzeuglenker (also auch für Radfahrer) „Rechtsfahrordnung". Dies gilt auch in Einbahnstraßen. Das bedeutet, ein Radfahrer muss so weit rechts fahren, wie es ihm möglich und zumutbar ist.

Der rechte Seitenabstand richtet sich nach der zur Verfügung stehenden Fahrbahnbreite und den gegebenen Verkehrsverhältnissen. Maßstäbe dafür sind: Bedachtnahme auf die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs; andere Straßenbenützer dürfen nicht gefährdet, behindert oder belästigt werden; keine eigene Gefährdung (Fahrzeugtyp beachten); keine Beschädigung von Sachen.

Das bedeutet: Der seitliche Sicherheitsabstand ist nach den Umständen des Einzelfalls zu beurteilen – es gibt keinen einheitlichen „Mindestabstand".



LB Paul Randig, 03.11.2014
Ja, ich bin ein Radfahrer, der in einspurigen Einbahnstraßen in der Fahrbahnmitte fährt. Aber nicht, um Autofahrer am Überholen zu hindern. Nehmen wir an, die Fahrbahn ist drei Meter breit und rechts parken Autos. Ich muss einen Meter einrechnen, den plötzlich aufgehende Autotüren beanspruchen. Meine Spur liegt also tatsächlich eineinhalb Meter vom rechten Rand entfernt genau in der Mitte der Fahrbahn. Und zwar nicht aus Böswilligkeit, sondern aus reinem Selbstschutz.