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Weltweit größte Fahrrad-Sammlung wird aufgelöst
"Wiener Zeitung" Nr. 064 vom 02.04.2015, Wien, Seite 14

Edle Falträder, kuriose Koffer-Bikes, Stahl-Oldtimer mit Kultcharakter: Die mehr als 200 Objekte umfassende Sammlung Embacher ist die weltweit größte Sammlung an ungewöhnlichen Fahrrädern. Sie war Gegenstand verschiedener Publikationen und begeisterte Zuschauer bei Ausstellungen in In- und Ausland: zuletzt in der US-Stadt Portland und in der israelischen Stadt Holon. Internationale Medien wie die „New York Times", der „Spiegel" oder die „FAZ" berichteten.

Jetzt steht die Sammlung, die der Wiener Architekt Michael Embacher im Lauf von zehn Jahren aufbaute, allerdings vor dem Aus: Für 19. Mai ist am Wiener Dorotheum ein Versteigerungstermin anberaumt. 203 Fahrräder sollen dort unter den Hammer kommen. „Nach zehn Jahren Hege und Pflege ist es Zeit, mich von den Rädern zu trennen", erklärt Embacher der „Wiener Zeitung": „Der zeitliche und der finanzielle Aufwand haben immer mehr zugenommen. Eigentlich ist die Sammlung ein Vollzeitjob." Das sei natürlich irgendwie schade, die Räder seien allerdings dokumentiert und aufbereitet. Embacher: „Irgendwie freue ich mich, wenn sie flügge werden."

Kein geeigneter Lagerort

Eine Rolle habe auch die Frage des Standortes gespielt. Lange bewahrte Embacher die Räder am Dachboden seines Architekturbüros auf, wo er Interessierten zeigen und für gelegentliche Ausfahrten nutzen konnte. Mit dem Umzug in ein neues Atelier vor zwei Jahren fielen diese Möglichkeiten weg. Die Räder mussten in ein Lager in Langenzersdorf: „Ich habe seit dem Umzug einen geeigneten Standort gesucht, aber nichts Passendes gefunden."

„Wir haben nun auf Anraten des Dorotheums die Rufpreise sehr niedrig angesetzt, damit möglichst viele Leute mitbieten können." Er habe überlegt, die Sammlung in ein Fahrrad-Museum einzubringen. „Wir sind aber letztlich zu der Überzeugung gelangt, dass sich so etwas nicht rechnen würde", sagt Embacher. „Bei Kultur und Kunst gehen nur mehr Blockbuster."

mb