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Zotter schmilzt in der Hitze nicht
"Kleine Zeitung" vom 10.06.2015, Sport, Seiten 60, 61

Der Grazer Severin Zotter ist einer von drei Steirern beim „Race Across America" und wird sich ab 16. Juni tagelang au ch für den guten Zweck quälen.

Die Zotter-Schokolade aus der Südoststeiermark kennt man bereits weit über die österreichischen Landesgrenzen hinaus. Mit Severin Zotter könnte ein Steirer desselben Namens ebenfalls zum Exportschlager werden - in den USA. Der Grazer feiert ab 16. Juni nämlich sein Debüt beim „Race Across America", fährt also nonstop rund 4900 Kilometer und 50.000 Höhenmeter von der West- zur Ostküste Amerikas.

Seit November bereitet sich der 33-Jährige auf das Rennen vor, hat seither ungefähr 18.000 Trainingskilometer abgespult. Und ist ob der unbekannten Herausforderung doch ein wenig nervös. Dabei kennt er die Strecke, die ihn zwischen Oceanside (Kalifornien) und Annapolis (Maryland) erwartet, schon relativ gut. Bereits 2005 war er als Betreuer von Alex Gepp beim „RAAM" dabei, „und in den letzten Monaten ist eine Karte der Strecke über meinem Schreibtisch gehangen", sagt Zotter.

Der Grazer befindet sich bereits in Kalifornien, um sich vor dem Start am 16. Juni noch zu akklimatisieren und die ersten paar hundert Kilometer des Rennens abzufahren - bei rund 40 Grad Celsius. Eine kurze Tour mit Rekordhalter Christoph Strasser, der seinen Sieg verteidigen will, hat Zotter ebenfalls schon hinter sich. Auch Franz Preihs, der dritte Steirer beim „RAAM", gewöhnt sich derzeit an die Bedingungen in den USA.

Zotter weiß, dass während des Rennens Probleme auf ihn warten könnten - Erfahrungen mit Ultra-Bewerben hat er etwa beim „Race Around Austria" oder dem „Glocknerman" gesammelt. „In der Wüste darf man sich nicht überdrehen, in den Rockys könnte ich Lungenprobleme bekommen und die Schlaflosigkeit darf man nicht unterschätzen." Elf Betreuer unterstützen Zotter bei seiner Fahrt. „Sie müssen erkennen, wie es mir geht."

Fünf Euro pro Kilometer

Nur durchkommen ist für Zotter zu wenig, er will Annapolis in unter zehn Tagen erreichen. Und den Preis für den „Rookie of the Year" holen, also bester Debütant werden. Zum Vergleich: Strassers Rekordfahrt dauerte sieben Tage, 15 Stunden und 56 Minuten.

Zotter ist Sozialarbeiter und quält sich nicht nur für sich, sondern auch für den guten Zweck. Gemeinsam mit der Caritas ist ein Hilfsprojekt, das Kinder- und Schulprojekte im Libanon unterstützen soll, gegründet worden. Zotters Wunsch: „Dass fünf Euro pro gefahrenem Kilometer, also insgesamt rund 25.000 Euro, zusammenkommen könnten."

Info: caritas-steiermark.at/severin

SANDRA MATHELITSCH





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