Zeitungsrad
 
Sie befinden sich:  » Argus  |  » Medien

Alpenverein fordert Freiheit für Biker
"Kleine Zeitung" 20.06.2015, Seite 16

Der Vorschlag des Österreichischen Alpenvereins, Forststraßen für Mountainbiker zu öffnen, stößt bei den heimischen Waldbesitzern auf Widerstand und Entsetzen.

Im Frühjahr ließen die steirischen Grünen mit einem ungewöhnlichen Vorschlag aufhorchen: Landessprecher Lambert Schönleitner forderte, dass mehr Strecken, vor allem Forststraßen, für Mountainbiker freigegeben werden sollten. Ein Argument für die Ausweitung des Streckenangebots war die Umsatzsteigerung im Tourismus. Der Vorschlag stieß rundum, auch bei Steiermark Tourismus, auf Skepsis.

Nun zieht der Österreichische Alpenverein (ÖAV) nach. Mit dem Verweis auf das Tiroler Modell forderte gestern Andreas Ermacora, Präsident des ÖAV, endlich „das Radfahren als Spielform des Bergsports anzuerkennen".

Die alpinen Vereine würden sich schon lange um eine ähnliche Regelung in anderen Bundesländern bemühen, bisher ohne Erfolg. Möglicherweise sei es nötig, „eine Änderung des Forstgesetzes 1975 anzustreben", meinte Ermacora. Eine generelle Lösung sei aber wenig praktikabel: „Die Befahrung ausgewählter Wege kann nur über privatrechtliche Vereinbarungen mit Grundbesitzern ermöglicht werden."

„Entsetzt" zeigten sich die heimischen Waldbesitzer über „die überraschende Forderung des Alpenvereins". Eine Vervielfachung von Konfliktsituationen und Unfällen sei zu befürchten. Der Österreichische Forstverein machte mit der Unterschriftenaktion „Sicherheit im Wald - für Alle" gegen die Öffnung der Forststraßen mobil. Bei einer Ausweitung müssen die Bedürfnisse aller Waldnutzer, auch der Wildtiere, berücksichtigt werden, teilte der Verein mit.