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Der große Radlsalat am Südtirolerplatz
"Kleine Zeitung" vom 21.06.2015, Seite 52

Radständer mussten Gastgarten weichen, Räder werden kreuz und quer geparkt.

Gut besucht: Seit der Eröffnung des neuen Kunsthauscafés Anfang April ist der Gastgarten des Lokals am Südtirolerplatz ein Hotspot. Der Wermutstropfen? Für den Freibereich des Kunsthauscafés mussten die vorher dort platzierten Radständer weichen. Rund um den Baum und den beliebten Gastgarten stehen seither die Räder kreuz und quer.

Halte- und Parkverbot

„Es hat einige Beschwerden gegeben", holt der Chef des Straßenamtes, Harald Hrubisek, aus. Ein Schild „Halten und Parken verboten" wurde daraufhin diese Woche aufgestellt, mit dem Hinweis, die neuen Radabstellplätze auf der Kaiseite des Kunsthauses, bei der Mohrenapotheke auf der gegenüberliegenden Straßenseite und beim Schuhhaus Baumgartner zu nutzen. Das Verkehrszeichen wurde in der Zwischenzeit wieder entfernt, da es für Radfahrer ohnehin nicht gilt, die Botschaft aber bleibt: „Wir appellieren an die Vernunft der Radfahrer, nicht direkt beim Lokal in einem ungeordneten Haufen zu parken. Da kommt man ja nicht einmal mit einem Kinderwagen durch", so Hrubisek.

Bei der Radlobby Argus spielt man den Ball zurück: „Wenn man nichts anbietet, darf man sich nicht wundern, dass es ein Chaos gibt", kritisieren die Radlervertreter die Tatsache, dass mehrere Wochen vergingen, bevor die weggeräumten Radständer durch neue in der Umgebung ersetzt wurden.

Immerhin: Die vier neuen Ständer sollen nicht der Weisheit letzter Schluss sein. „Wir überlegen, wo wir dort noch einen unterbringen können", erklärt Hrubisek. Allerdings sei das nicht einfach, da man dabei auf den Ladeverkehr Rücksicht nehmen müsse und auch immer wieder Veranstaltungen in dem Bereich stattfinden.

Kurzparkzonen für Radler

Nur wenige Schritte entfernt, am Grazer Hauptplatz, bietet sich zu manchen Tageszeiten ein ähnliches Bild: Zu wenige Radabstellplätze für zu viele Räder, verstellte Zugänge zu Geschäften, ineinander verkeilte Drahtesel. „Auch hier hat man seinerzeit erst schrittweise nachgerüstet", erinnert man sich bei Argus. Nachdem in Sachen Radabstellplätze am Hauptplatz eine Aufstockung kaum mehr möglich scheint, bringt man bei Argus einen neuen Vorschlag ins Spiel: „An neuralgischen Punkten, wo viele ihr Rad auch sehr lange stehen lassen, könnte man überlegen, kostenlose Kurzparkzonen für Räder einzurichten. In holländischen Städten wird an der Umsetzung der Idee gearbeitet."

ANDREA RIEGER



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