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"Jetzt hatte ich halt Pech"
"Kleine Zeitung" vom 22.09.2015, Seite 50

Gebrochene Kniescheibe, Luxation der Schulter und noch einige Verletzungen mehr: Nach einem Unfall mit einem Auto ist die Saison von Christoph Strasser vorzeitig beendet.

Christoph Strasser bleibt positiv. Auch wenn er gerade nicht viel mehr tun kann, als zu Hause zu sitzen. „Die meiste Zeit bin ich am Herumliegen. Auch den PC kann ich nicht wirklich bedienen", sagt er.

Was war passiert? Strasser absolvierte eine lockere Ausfahrt, war gerade in Fohnsdorf - jenem Ort, an dem der Kraubather 2002 sein erstes 24-Stunden-Rennen gefahren ist - auf der Vorrangstraße unterwegs, als ein aus der Seitenstraße kommender Autofahrer den Steirer übersah und seitlich ihn in hineinknallte. Die Folgen sind eine gebrochene Kniescheibe, ein Bändereinriss in der linken Schulter, eine Luxation, ein Abbruch der Gelenkslippe und ein Bänderriss in der rechten Schulter.

„Mir geht es gerade nicht so gut, aber ich habe mich damit abgefunden", meint der 32-Jährige. „Es hätte auch schlimmer ausgehen können. Es war Glück im Unglück. Als Rennradfahrer ist man dem Risiko im Straßenverkehr ausgesetzt. Ich hatte im Lauf meiner Karriere viel Glück, oft ist es gut gegangen, jetzt hatte ich halt mal Pech."

Alle Termine und Rennteilnahmen für die kommenden sechs Wochen musste Strasser absagen, einer Operation an der Schulter wird er sich noch unterziehen müssen. „Hoffentlich geht es in den kommenden zwei Wochen." Die Saison ist beendet.

Und das war bereits der zweite Rückschlag innerhalb weniger Monate für den Obersteirer, im Juni musste er das „Race Across America" aufgrund von Lungenproblemen vorzeitig beenden. „Ich versuche, das Positive zu sehen. Nach dem Rückschlag beim RAAM kam ich stärker zurück. Genau das ist auch mein Motto für das Comeback nach dieser Verletzung", sagt Strasser.

Die Motivation

Und der Kraubather weiß genau, wovon er redet. Denn nach der Aufgabe in Amerika dauerte es nur wenige Wochen, bevor der 32-jährige Extremfahrer erneut sportlich ganz groß aufzeigte: Mitte August gewann er das „Race Around Austria" - und das mit einer neuen Rekordzeit. Für die 2200 Kilometer und 30.000 Höhenmeter benötigte er drei Tage, 14 Stunden, 44 Minuten.

Wie es in der kommenden Saison weitergeht, ist noch nicht genau fixiert. Der Unfall wirkt sich auf die Planungen aus. „Darüber werde ich mir bald Gedanken machen. Aber fix ist: Ich werde 2016 wieder topfit sein", sagt er und ergänzt: „Man braucht einfach ein Ziel, um sich zu motivieren und um sich wieder aufzurichten."

SANDRA MATHELITSCH