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Die Stadt muss in die Fahrradinfrastruktur investieren!
"Woche Graz" vom 30.09.2015, Seite 4

Die Politik sollte ihren Fokus laut dem Unternehmer verstärkt auf den Verkehr ohne Auto legen, fordert "Bike Citizen" Daniel Kofler.

Daniel Kofler tippt kurz auf seinem Smartphone herum, dann präsentiert er eine digitale Karte von Graz, auf der langsam immer größere Teile der Stadt blau werden: "Diesen ganzen Bereich kann man innerhalb von fünf Minuten mit dem Fahrrad erreichen", erklärt der Gründer des Fahrrad-App-Entwicklers "Bike Citizens" (Info rechts), warum sich einige Bezirke rund um den Ausgangspunkt Jakominiplatz auf seinem Handy verfärben. Als er die Einstellungen auf 15 Minuten erweitert, erscheint bald schon fast die ganze Stadt in blau.

Für Kofler ein schlagendes Argument dafür, die Zukunft des Grazer Verkehrs in der aktiven Mobilität zu sehen, also jener Form der Fortbewegung, die auf Körperkraft statt auf Motorenleistung setzt.

Doch um diese Zukunft auch wirklich wahr werden zu lassen, fordert der App-Entwickler mehr Engagement der Grazer Verantwortungsträger: "Die Stadt muss in die Fahrradinfrastruktur investieren!" Dass die Entwicklung momentan in eine andere Richtung geht, zeigt eine Erhebung aus dem Jahr 2013, aus der hervorgeht, dass im Vergleich zu 2008 weniger Strecken in Graz mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden (die genauen Zahlen dazu rechts).

Trend umdrehen

Um den Trend zu Gunsten der aktiven Mobilität umzudrehen, wäre es daher laut Kofler wichtig, Radwege auszubauen und direktere Wege für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. "Der Hauptgrund für die Wahl der Verkehrsmittel ist die Reisezeit. Die Stadt trifft jeden Tag Entscheidungen, welche Verkehrsmittel sie in diesem Bezug fördert", so der Unternehmer, ohne dabei motorisierte Fahrzeuge ins Abseits stellen zu wollen. "Menschen, die mit dem Rad oder zur Fuß unterwegs sind, muss mehr Platz gegeben werden. Trotzdem kann man auch die Hauptstrecken für Autos ausbauen." Letztlich sieht Kofler einen Paradigmenwechsel in Richtung aktiver Mobilität im urbanen Raum aber als Investition in die Zukunft: "Wir sind es unseren Kindern und der Umwelt schuldig." mxd