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Land legt Radverkehrsstrategie neu auf

Das Land Steiermark legt seine Radverkehrsstrategie neu auf. Noch stärker im Fokus steht die Förderung des Alltagsradelns in Ballungsräumen.

Die letzte Radverkehrsstrategie 2008-2012 stammt aus der Ära der initaitiven Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP), nach einer "schöpferischen" Pause steht nun eine Neuauflage unter dem neuen Verkehrslandesrat Jörg Leichtfried (SPÖ) bevor: Wie sich bei einem Workshop am 27.05. zeigte, soll die radverkehrspolitische Richtungsweisung noch stärker als bisher das Alltagsradeln in den Blick nehmen, wobei als Zielgebiete vorrangig Ballungsräume und Schnittstellen mit dem Öffentlichen Verkehr (S-Bahn) ausgewiesen sind. Die damit verknüpfte Förderkulisse (Kostenteilungsschlüssel) wird zwar erst erstellt, sie sieht aber ein Abgehen von der bisher üblichen 50:50-Aufteilung zwischen Gemeinde und Land vor und ersetzt sie durch kategorisierte Prioritäten, Anreize und Boni etwa im Fall von regionalen Kooperationen und ergänzt sie um die Förderbarkeit von Verkehrskonzepten.    

Wie bisher fusst die Strategie auf das Drei-Säulen-Modell Planung und Infrastruktur, Kommunikation und Kooperation. Der von der Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau gemeinsam mit verkehrplus - Prognose, Planung und Strategieberatung GmbH erstellte Entwurf wies in seiner Engführung auf die Frage der Förderung, die Ausblendung der immer relevanteren Frage der Erhaltungsfinanzierung und die geringe Einbindung der Stadt Graz sowie der NGOs noch einige Schwachstellen auf, über die im Workshop debattiert wurde.

Seitens des Tourismus warnte man vor einem Auseinanderdivideren von Freizeit- bzw. touristischer und Alltagsnutzung und forderte dazu auf, das von 19 auf 65 angewachsene Konglomerat der Landesradewege zu evaluieren und wenn nötig auch wieder einige zu deinstallieren. Vom KFV kam die Aufforderung, auf eine abgestimmte Vorgehensweise der verschiedenen Bezirksbehörden etwa bei der durchgängigen Verordnung von Radwegen hinzuwirken.

Wenig ist noch von den vier Pilotregionen Kapfenberg, Wildon, Fürstenfeld und Feldbach bekannt, in denen seit einiger Zeit Radverkehrskonzepte in Ausarbeitung sind. Am weitesten forgeschritten ist man in Feldbach, wo man die Gunst der Gemeindezusmmenlegungen nutzte und nun quasi als Kleinregion die Radverkehrsinfrastruktur neu aufsetzen will. Die Detailplanung liegt vor, mit dem bevorstehenden Abschluss des Finanzierungsvertrages sollte es in die Umsetzung gehen, ließ Bürgermeister Ober durchblicken. Große Bedeutung misst man qualitätsvoller und günstig situierter Abstellanlagen bei, frei nach dem Motto: "Es hilft das Fahrrad im Keller nichts, wenn das Auto vor der Türe parkt."

Aktionsraum Feldbach
Aktionsraum Feldbach
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