Alles rund ums Bike

Fahrraderzeugung

Die Fahrradindustrie hat in Österreich mit der Schließung der steirischen Betriebe von Junior in Graz (1968) und Köflach (1975) sowie vor allem der Zweiraddivision von Puch (1987) stark an Bedeutung verloren.

Der Markt orientiert sich heute im Wesentlichen nach Komponenten, nicht mehr nach Fahrradmarken. Schon seit den 60er und 70er Jahren geht der Grad der Komponenten-Eigenfertigung zurück und das Assembling rückt in den Vordergrund.

Der im Fahrradhandel erzielte jährliche Umsatz wird mit 253 Mill. Euro beziffert. Am häufigsten werden Trekkingbikes (40 Prozent Marktanteil) verkauft, es folgen Mountainbikes (30 Prozent) und Citybikes (10 Prozent). Mit durchschnittlich 58 neu gekauften Fahrrädern pro Jahr und 1.000 Einwohnern gehören die Österreicher zu den eifrigsten Konsumenten in Europa. Nur in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark werden mehr Fahrräder pro Kopf verkauft.

Ein immer größerer Anteil des Marktes wird von Sportartikelketten und vom Versandhandel abgedeckt, der Fachhandel muss sich mit einem immer kleineren Stück am Kuchen begnügen. Während 1997 noch 40 Prozent der verkauften Räder in spezialisierten Geschäften erworben wurden, sind es heute nur mehr 25 Prozent. Hingegen werden in Deutschland noch mehr als die Hälfte der Räder über den Fachhandel verkauft, in den Niederlanden sind es sogar noch 80 Prozent.

Heute ist das Fahrrad in Österreich nicht nur wesentlicher Tourismusmotor, es schafft rund 4.000 Jobs im Handel, Service- und Produktionsunternehmen. Insgesamt werden in Österreich pro Jahr 480.000 Fahrräder verkauft (2000), mehr als 95 Prozent davon stammen aus dem Ausland, insbesondere aus Fernost. In Österreich werden pro Jahr aber auch rund 100.000 Räder produziert, bei der oberösterreichischen KTM Fahrrad (Mattighofen), beim Vorarlberger Unternehmen Simplon (Hard) und von Katarga nahe Wien. Zum Vergleich: Puch (Graz) fertigte 1980 allein 310.000 Einheiten.

Selbst bei Rädern "made in Austria" stellt sich die Frage, wieviel wirklich in Österreich erzeugt wird - Komponenten wohl kaum, Rahmen ebenfalls nicht mehr. Eine Antwort hat "Simplon" auf Anfrage geliefert (28.12.2004):

"In Hard / Vorarberg wird folgendes gemacht: Entwicklungsarbeit (Konstruktion, Prototypenbau, Fahrtest, Prüfstandtests bezgl. Dauerfestigkeit, Maximalbelastung, Steifigkeit) Oberflächendesign (Lackierung und Aufkleber) Pulverbeschichtung der Rahmen (Alurahmen) Nachkontrolle der Rahmen und Nachbearbeitung aller Lagersitze Montage von Fully Hauptrahmen und Hinterbau Laufradbau Endmontage des kompletten Rades in Einzelfertigung Es ist allerdings richtig, dass die Massenproduktion der rohen Rahmen bei Herstellern gemacht wird, die auf Fahrradrahmenbau im höchsten Qualitätsniveau spezialisiert sind. Dazu arbeiten wir mit 2 Verarbeitungsbetrieben für Alurahmen und 2 verschiedenen Spezialisten auf dem Kohlefasersektor zusammen. Die Rahmen aus Kohlefaser werden beim Rahmenbauer lackiert weil die Lackierung ein wesentlicher Teil der Oberflächen-Endfertigung darstellt. Auch unsere Rahmenbauer sind in Fernost (leider haben die Europäer den Zug hier schon lange verschlafen und er ist schon seit 15 Jahren vermutlich uneinholbar abgefahren). Die Rahmen werden bei unseren partnerbetrieben exklusiv für uns und exakt nach unseren Vorgaben und unseren Konstruktionen gefertigt. Im Gegensatz dazu verbauen einige „Hersteller“ Rahmen aus Standardproduktion von Fernost. Diese Rahmen sind natürlich nicht so weit entwickelt und stellen maximal Dirchschnittsware mit günstigem Preis aber entsprechend auch geringere Leistunsfähigkeit und relativ unspektakulären Detaillösungen dar."

DAS SIMPLON TEAM


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